RE: Spaß am Krawall

#16 von Kerstin , 17.11.2010 15:44

Ich könnte mir gut vorstellen das Lotta hütet........

Ich hab ja auch so einen Kandidaten. Das doofe an der Sache ist das für diese Hunde der Rapatz den sie veranstallten leider wirklich selbstbelohnend ist.
Auch lassen diese Hunde sich schnell auslösen (Bewegungen, "Fremd",...)darauf wuden sie lange Zeit selektiert. Solche Eigenschaften vereben sich wohl recht gut. Dann noch ihre Schutzdienstausbildung und du hast den Salat.

Wenn es klappt Lotta da "stehen" zu lassen, dann hast du doch eine gute Möglichkeit gefunden, ansonsten Managment.


Liebe Grüße

Kerstin und Eisan

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Ich lehne Gewalt ab, weil das Gute, das sie zu bewirken scheint, nicht lange anhält; dagegen ist das Schlechte, das sie bewirkt, von Dauer.

- Mahatma Gandhi -

 
Kerstin
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RE: Spaß am Krawall

#17 von Eva , 18.11.2010 23:01

Kann mich und Willi in vielen Punkten anschließen. Der Blick hinterher zu mir, "Guck, wie toll ich bin!" etc und das mehrmalige Nachtreten oder auch das Anpöbeln von anderen Spielern.

Meine Freundin sagt immer "Nachtreten gibt rote Karte!" aber ich schwanke immer zwischen

a) Willi will sicher sein, dass der andere nicht wiederkommt und ihn fern halten.
b) das Hetzen des Anderen macht auch mehrmal Spaß

Lustig ist es, wenn der Andere Hund einfach stehen bleibt, weder wegläuft noch angreift. Willi rennt bellend, schnappend auf ihn zu, springt ihn teilweise auch an und rennt quasi in eine Wand. Dann versucht er es meist sogar noch ein paar Mal und gibt dann "Frustriert(?)" auf.

zu b) würde passen, dass er diese ruhigen Vertreter dann nicht noch aggressiver angeht sondern eher noch schnüffelt und dann seines Weges zieht.
zu a) würde passen, dass er seitdem ich in den letzen Wochen intensiv das Management übe, deutlich schneller runterfährt und sich auch führen läßt.

Bsp: Offline + sehr großer anderer(nicht unbedingt fremder) Hund: wenn ich Willi entscheiden lasse rennt er hin, regt sich sehr auf und geht den Großen an.
Wenn ich mit ihm im Bogen laufe bleibt er ziemlich gelassen. Abstand ca. 20m.


Eva

mit WILLI, für immer und ewig Teil meiner Seele (26.11.2001 - 09.02.2012)
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RE: Spaß am Krawall

#18 von Senta , 08.12.2010 14:18

Zitat von Nina
Wenn es um pöbelnde Hunde geht, geht's ja meist auch darum, dass es furchtbarer Stress für den Hund ist und der Hund darum sehr dankbar sein wird, wenn man ihm Mittel und Wege aufzeigt, diesen zu ersparen.

Bei Lotta ist das in Maßen natürlich auch richtig so. Es gibt Situationen, gerade wenn es sehr eng ist, da ist es für sie wirklich mega Stress. Aber in anderen Situationen, macht es ihr durchaus auch Spaß. Tutnixe jagen ist z.B. ein Hobby von ihr. Wenn ein unangleinter Tutnix auf uns zubrettert und es gibt Platz genug, dann leine ich inzwischen ab. Lotta prescht auf den Tutnix zu, der in der Regel die Krise bekommt und die Flucht ergreift. Dann jagt Lotta ihn einmal über den Acker und kommt freudestrahlend zu mir zurück. Danach ist sie super fröhlich und relaxed und die nächsten drei Hunde lässt sie locker vorbei ziehen.



Es gibt viele verschiedene arten von aggressives Verhalten und viele verschiedene Gründe warum ein Hund aggressiv reagiert. Angefangen über die Angst-Aggression (die fast jeder kennt), über die Aggression die aus Stress und zu niedrigen Serotonin Spiegel entsteht, bis hin zu vermeintlichen Rangstreitigkeiten in einem Rudel (eher selten) - gibt es eine ganz weite Bandbreite warum ein Hund nun so reagiert... Oft handelt es sich auch um Mischformen... Z.B. Stress was bereits zu eine Biochemische Prädisposition führt, kombiniert aber mit ein aktuelles Problem (Trauma...z.B. oder eine der tausend andere Möglichkeiten).

Eine Aggressionsform die weniger bekannt ist und auch nicht so sehr erforscht ist die sogenannte: "Trait Aggression". Hierbei handelt es sich um Hunde die Aggression als Sport betreiben und als Ersatzbeschäftigung wenn sie gerade einen "Kick" brauchen. Hunde die für diese art Aggression anfällig sind, sind vor allem Rassen die an sich Arbeiterrassen wären und aber ihre eigentliche Arbeit (ihren "Job") nicht in ausreichendem Mass durchführen können/dürfen. Es beginnt einmal aus pure Langeweile und entwickelt sich leider zur Sucht unter Umständen. Sprich: der Hund genießt fast wie ein Drogensüchtiger die Biochemische Prozesse die im Körper stattfinden (Cortisol Ausschüttung, Adrenalin, Noradrenalin...teils sogar Endorphine etc.). Diese Form von Aggression ist schwierig zu behandeln - denn sei tritt meist scheinbar grundlos auf und viele Halter sind entsprechend damit etwas überfordert.

Kontinuierliches (und vor allem Grundloses) Bellen, hat körperlich einen ähnlichen Effekt.

Will ich so ein Verhalten Gegenkonditionieren dann brauche ich in der Regel eine Belohnung die ähnlich stark ist wie die Belohnung die sich der Hund schon von alleine holt... Was in der Regel nicht immer einfach ist....denn dieses Verhalten ist leider sehr stark selbstbelohnend: vor allem wenn sogar ein Teil Hetze auch dabei ist (Jagdgenuss=maximale Belohnung).

Mir persönlich ist aufgefallen dass gewisse Hütehund Rassen (oder Schäferhunde eben) besonders anfällig sind für diese art Aggression... Es sind Fälle eben wo das Arbeitspotenzial des Hundes weit über das steht was wir als Beschäftigung anbieten können... Verbindet sich diese "Trait Aggression" mit eine Rassenprädisposition zum "Heeling" (in die Waden zwicken-was viele Hütehunde genetisch fixiert haben), dann hat man unter Umständen echt ein Problemchen an der Leine.

LG Vivien.

Senta
zuletzt bearbeitet 08.12.2010 14:21 | Top

RE: Spaß am Krawall

#19 von Amelie , 08.12.2010 15:37

Lucie ist schnell dabei, wenn es um Krawall machen geht. Zusammen mit ihrer eh "sehr lockeren Kehle" gibt das mitunter eine nervtötende Verbindung.

Z.B. laut bellend fast in den Fernseher springen (wenn wir nicht aufpassen), wenn sich Säugetiere drin bewegen. Mit Schwanz hoch und Bürste. Kurz danach ein stolzer Blick zu uns.

Oder das laute Drauflossprinten auf fremde Hunde, davor stehen bleiben und ankläffen (S. Erlebnis mit Sara). Wenn sich ein Hund aber wehrt, ist schnell Ruhe im Schacht und sie kommt zurück und der Fall ist - oft dauerhaft - gegessen.

Vor längerer Zeit hatte ich nicht aufgepasst und sie bretterte kläffend auf eine ältere Briardhündin los. Die, ängstlich, weicht ihr aus.
Lucie läuft Richtung zu mir, kehrt mittendrin um, und wieder auf die alte Dame los und noch einmal, bis ich sie schließlich loseisen konnte.
Und jedesmal, wenn wir der Briardin wieder begegneten, war diese ein absolut rotes Tuch für Lucie.

Oder das sofortige Mitmachen, wenn andere Hunde sich über was aufregen, was sie garnicht betrifft.

Belohnen fürs Aufhören funkt da nicht.

Oder sie stellt sich in eine Gruppe von Menschen, über die sie sich sehr freut, und fängt dann nach einer Zeit, wenn nichts mehr passiert, zu bellen an und würde erst heiser wieder aufhören.

Amelie

RE: Spaß am Krawall

#20 von Nina , 08.12.2010 15:45

Ich sag' mal "jein". Vor richtigen Beißerein schreckt Lotta zurück. Das konnte ich schon live auf einem Seminar beobachten. Während sich andere Hund da mit "yay, Prügelei" in den Kampf stürtzen, hat Lotta ganz schnell einen Rückzieher gemacht und wollte nur noch weg. Es geht ihr mehr um Lärm machen und andere Mobben, aber nur, solange sie überlegen ist.

Meiner Ansicht nach kommt das durchaus auch aus Unsicherheit und Kontrollwahn heraus. Sie merkt dann plötzlich, dass sie die stärkere ist und der andere mehr Angst vor ihr hat als sie vor ihm und DAS gibt ihr den Kick, das plötzliche Umschlagen von Angst oder Unsicherheit in "hey, ich kann das, ich bin ja viel stärker." Auch hat sie halt überhaupt keien Ahnung, wie man "normal" mit einem Hund kommuniziert. Sie kann es wirklich nicht.

Das natürlich gepaart mit einem antrainierten nach-vorne-gehen, der Diensthundevergangenheit, dem Schutztrieb und dem ausgeprägten Territorialverhalten führt dazu, dass sie eine recht explosive Mischung ist. Aber ein Bauernhof zum Bewachen (das wäre für sie optimal) ist leider finanziell nicht drin.


Nina mit der weltbesten Schäferlotta und Wolli dem Schlabberwocky
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„Leben ist nicht genug, sagte der Schmetterling. Sonnenschein, Freiheit und eine kleine Blume gehören auch dazu.“

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RE: Spaß am Krawall

#21 von Senta , 08.12.2010 18:33

Zitat von Nina
Ich sag' mal "jein". Vor richtigen Beißerein schreckt Lotta zurück. Das konnte ich schon live auf einem Seminar beobachten. Während sich andere Hund da mit "yay, Prügelei" in den Kampf stürtzen, hat Lotta ganz schnell einen Rückzieher gemacht und wollte nur noch weg. Es geht ihr mehr um Lärm machen und andere Mobben, aber nur, solange sie überlegen ist.

Meiner Ansicht nach kommt das durchaus auch aus Unsicherheit und Kontrollwahn heraus. Sie merkt dann plötzlich, dass sie die stärkere ist und der andere mehr Angst vor ihr hat als sie vor ihm und DAS gibt ihr den Kick, das plötzliche Umschlagen von Angst oder Unsicherheit in "hey, ich kann das, ich bin ja viel stärker." Auch hat sie halt überhaupt keien Ahnung, wie man "normal" mit einem Hund kommuniziert. Sie kann es wirklich nicht.

Das natürlich gepaart mit einem antrainierten nach-vorne-gehen, der Diensthundevergangenheit, dem Schutztrieb und dem ausgeprägten Territorialverhalten führt dazu, dass sie eine recht explosive Mischung ist. Aber ein Bauernhof zum Bewachen (das wäre für sie optimal) ist leider finanziell nicht drin.



Nicht untypisch für Hunde mit dieser Form der Aggression, dass sie eigentlich keine ernsthafte Konfrontation wünschen... Es ist meist so der Fall. ;)

LG Vivien.

Senta

  

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