Nachtreten?

#1 von Eva , 16.01.2014 21:46

Hallo zusammen,

ich könnte euren Rat gebrauchen!

Marlon macht sich wirklich prächtig und langsam fangen wir auch an etwas intensiver zu arbeiten. Denn lernen ist ja auch immer Denksport und lastet aus.
Hundebegegnungen sind auch schon besser geworden und das Spektakel an der Leine kürzer. Ich hab da immer das Bild von einer Dampflok im Kopf, die angerauscht kommt, laut und voller Dampf, aber eben auch schnell vorbei ist, denn er ist Sekunden nach der Begegnung ansprechbar und entspannt.

Wo er allerdings gar nicht mit zurecht kommt, ist Druck in einer Hundebegegnung und was es für mich besonders schwer macht, noch viel extremer, wenn der andere Hund am Halsband/Geschirr weggezogen wird oder angemeckert. Denn das bedeutet, wenn ich nicht daneben stehe, um ihn zu halten und zu beruhigen, geht er in solchen Momenten gezielt auf den anderen Hund drauf, der sich ja gar nicht wehren kann. Das passiert unabhängig davon, ob er gerade mit dem anderen Hund gespielt hat oder sie sich zum ersten Mal beschnüffeln. So genau kann ich mir das Verhalten nicht erklären und weiß auch nicht so recht, was ich tun kann.
Habt ihr da Ideen?


Eva

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RE: Nachtreten?

#2 von timi2305 , 16.01.2014 21:54

Hat er denn Kontakt an der Leine oder ist er frei und angeleint?

timi2305

RE: Nachtreten?

#3 von timi2305 , 16.01.2014 21:57

Also bei Tiffany muss ich auch aufpassen wenn Besitzer laut werden, ich denke dann steigt ihr Stresslevel und sie geht dann nach vorne.

timi2305

RE: Nachtreten?

#4 von Eva , 16.01.2014 22:08

Kontakt gibt es nur frei oder mit Schleppe oder wenn ich den anderen Hund und Besitzter gut kenne.


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RE: Nachtreten?

#5 von timi2305 , 17.01.2014 05:45

Da das "Problem"ja auch von den anderen Besitzern ausgeht finde ich es schwierig da etwas zu raten.
Bei Tiffy bin ich so verfahren das ich jegliches freundliches Verhalten gelobt habe und wenn sie aggressiv war habe ich geschimpft sie hat so gewünschtes und unerwünschtes Verhalten gelernt.

timi2305

RE: Nachtreten?

#6 von Nina , 17.01.2014 05:53

Zitat
geht er in solchen Momenten gezielt auf den anderen Hund drauf, der sich ja gar nicht wehren kann.



Es könnte genau das sein. Er nutzt seine Chance, wenn der andere Hund abgelenkt ist. Nachsetzen finde ich ziemlich normal für unsichere Hunde. Darum tun sich viele Hunde ja auch so schwer, sich abzuwenden, wenn es stressig wird. Wolli z.B. friert zwar komplett ein, wenn der andere Hund bedrohlich wirkt und er ist zu nah dran, um z.B. noch einen Bogen zu laufen (z.B. wenn man schon Nase an Nase steht), aber er würde sich niemals abwenden. Das macht er nur, wenn er weiß, er hat die Oberhand.


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RE: Nachtreten?

#7 von Eva , 17.01.2014 10:42

Aber auch, wenn vorher gespielt wurde und der andere einfach Hund angeleint? Wendet sich der andere Hund offline ab zum Besitzer passiert nix


Eva

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RE: Nachtreten?

#8 von Nina , 17.01.2014 11:34

Falsche Verknüpfung? z.B. Hunde prügeln sich --> Hunde werden angeleint --> er hat dabei eins gewischt bekommen --> doof?

Lotta z.B. hat ein paar solche Dinge in Richtung Wolli, die überhaupt keinen Sinn machen, die sie aber als "furchtbar" verknüpft hat. z.B. findet sie es nach wie vor schlimm, wenn Wolli aus dem Auto aussteigt, was wirklich keinen Sinn mehr macht. Aber die Verknüpfung ist da.

Ich würe vielleicht mit Marlon "entspanntes Herumsitzen während anderer Hund angeleint wird" üben, damit er lernt, zuzuschauen, wenn Hunde angeleint werden.


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RE: Nachtreten?

#9 von Pudl , 18.01.2014 01:52

Zitat von Eva im Beitrag #1
Wo er allerdings gar nicht mit zurecht kommt, ist Druck in einer Hundebegegnung und was es für mich besonders schwer macht, noch viel extremer, wenn der andere Hund am Halsband/Geschirr weggezogen wird oder angemeckert. Denn das bedeutet, wenn ich nicht daneben stehe, um ihn zu halten und zu beruhigen, geht er in solchen Momenten gezielt auf den anderen Hund drauf, der sich ja gar nicht wehren kann.


Kann es sein, dass du das ein bisschen zu sehr aus menschlicher Perspektive siehst? In meinen Augen macht Marlon nicht wirklich was falsch. Du auch nicht. Der andere Hundebesitzer macht Stress. Für dich nicht vorhersehbar und für Marlon ebenfalls nicht.

Ich kenne das gut von Otto. Für mich hat es sehr viel damit zu tun, dass sich aus seiner Sicht plötzlich etwas an der Kommunikation mit dem anderen Hund massiv ändert. Dass plötzlich etwas ganz anders ist, als erwartet. Das verunsichert ihn. Vielleicht empfindet er es auch als tatsächlich bedrohlich. (Der Hund wird zwangsweise "steifer", wenn er festgehalten wird. Er wird vielleicht auch "größer", wenn er hochgezogen wird.) Ich denke nicht, dass Hunde verstehen, dass sie eine bestimmte, von Menschen "erzwungene" Verhaltensweise nicht persönlich nehmen sollen.

Otto kann bis heute generell schlecht mit Hunden umgehen, die "nicht mit ihm reden". Ich versuche das so zu lösen, dass ich einerseits Otto erkläre, dass sowas halt auch passieren kann und ok ist; er soll natürlich gelassener damit umgehen können. Aber ich versuche nicht, Otto seine normale Reaktion abzutrainieren. Statt dessen versuche ich, andere Hundebesitzer an solchen Aktionen zu hindern, indem ich sie z.B. rechtzeitig ablenke oder solchen Gespannen von vorneherein ausweiche. Das hilft dir natürlich nicht, das Problem konkret zu lösen. Es hilft dir aber vielleicht, ein bisschen gelassener damit umzugehen.

Ein Artikel, der in eine ähnliche Richtung vielleicht ein Gedankenanstoß dazu sein kann: Gespräche sollte man nicht unterbrechen

 
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RE: Nachtreten?

#10 von Langbein , 18.01.2014 14:21

Kaya blufft auch eher andere Hunde an, wenn die angeleint sind. Ich denke, manchmal drohen die nur subtil, aber trotzdem bestimmt. Vielleicht wissen sie, dass es was setzt, wenn sie es offensichtlich tun. Was ich auch beobachte, ist das, was Pudl beschreibt. Der angeleinte Hund, an welchem womöglich noch rumgezerrt wird, verändert seine Körperhaltung, ist somit auch nicht mehr authentisch, sowas kann durchaus verunsichern. Den Kopf nach vorne strecken und am HB zurück oder gar nach oben gezogen werden führt zu einer Drohhaltung.

Hundehaltern, die ihre Hunde rumzerren und anmeckern, weiche ich grundsätzlich aus. Und solche, die in Offline-Begegnungen mit ihren Wasserflaschen, Schellen, Ketten, etc. "reaktionsbereit" daneben stehen, werden erst mal von mir angehalten, das Zeug stecken zu lassen, solange mein Hund mit im Spiel ist.

Der Artikel ist wirklich gut. Wir Menschen machen viel zu viel kaputt in der Hundekommunikation. Kürzlich kam einer angeschossen, der sich losgerissen hat. Kaya war angeleint und die beiden haben sich begrüsst. Kommt des andern Frauchen rennend auf die Hunde zu, schreit rum und holt ihren Hund am HB raus (obwohl ich ihr mehrmals zugerufen habe, sich raus zu halten). Genau in diesem Moment wurde Kaya aggressiv. Für mich völlig nachvollziehbar.


LG
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