RE: Rüdenverhalten??

#16 von Kerstin , 06.01.2011 08:29

Abschütteln fällt für mich eindeutig in Beuteverhalten.

Diese doofe Ausrede mit dem "Übermarkieren" scheint mir mehr als fragwürdig. Da soll wohl wieder irgendein Rüdenverhalten konzipiert werden das es so nicht gibt. Ich würde um den Hovi einen riesigen Bogen laufen......sag mal, wie ist das bei euch mit Maulkorb und Leinenzwang für auffällige Hunde? Das war ja nicht der erste Vorfall?

Ich halte diesen Hund für Brandgefährlich und der Halter scheint nicht Willens zu sein geeignete Maßnahmen zu ergreifen.


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RE: Rüdenverhalten??

#17 von Stef , 06.01.2011 08:35

Öh, in Hessen ist er durch sein Verhalten eindeutig ein gefährlicher Hund, mit Maulkorb, Leine und erhöhter Steuer.
Nur zeigt ihn der Daggel-Halter nicht an. Das wäre eine Voraussetzung.
Aber ich würde als Halter schon von mir aus, den Hund zumindest an die Schleppe nehmen. Aber das haben sie auch bei der Hovi-Hündin, die sie zuvor hatten, nicht gemacht. Inka wurde von ihr auch mal in die Brust gebissen (Inka hatte sich auf den Buckel geworfen und die Hovi-Hündin hat zugebissen), das war auch nicht wirklich sauber. Ich mag Hovis eigentlich gerne, aber ich mache jetzt auch erst mal einen Bogen...


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RE: Rüdenverhalten??

#18 von Kerstin , 06.01.2011 08:46

Ich bin immer so sauer auf solche Leute!

Weißt du, Eisan ist leider auch nicht ohne. Doch es ist noch nie was passiert. Ich hab mir eben selber Maulkorb und Leinenpflicht auferlegt. Ich will ja nicht das jemandem was passiert.....und wenn doch etwas passiert war es ein Unfall. Bei dem Hovi war das ja schon fast Vorsatz.

Ich würden denen auch aus dem Weg gehen, welch Idioten! Ich frag mich da, was soll den noch passieren? Armer kleiner Daggelmann.

An der Rasse mach ich das nicht fest, das einzige was halt doof ist, so ein Hovi Rüde ist schon ein ganz schönes Kaliber.


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RE: Rüdenverhalten??

#19 von Stef , 06.01.2011 09:03

Corazón hat ja auch mal einen Daggel gebissen, seit dem ist sie an der Schleppe unterwegs. Zum Spielen lasse ich sie auch mal von der Leine, aber auch nur, wenn die Umgebung hundefrei ist und auch nur für 3-4mal Spieli werfen (danach fängt sie wieder an den Horizont zu scannen ). Mit anderen Hunden spielen darf sie eh nur mit Mauli.
Ich möchte einfach vermeiden, daß sie endgültig ein gefährlicher Hund wird (auf Probe war sie es schon mal), denn einen Wesenstest würde sie wohl nicht bestehen. Und in Hessen bedeutet das Einschläfern Ich versuche das zwar immer wieder unterschiedlichen Hundebesitzern zu verklickern, aber es fruchtet nicht.

Gefährliche Rassen gibt es für mich übrigens auch nicht Inka hat auch mit einer anderen Hovi-Hündin hier im Kaff immer schön gespielt, sie war auch ganz anders drauf.


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RE: Rüdenverhalten??

#20 von Kerstin , 06.01.2011 09:22

Eben, das mein ich ja! Sobald man erkannt hat das der eigene Hund nicht ganz "Tut Nix" ist, ist man als Halter einfach in der Pflicht sich zu kümmern........

Ich galube das liegt an den Leuten und nicht an der Rasse des Hundes, hätten die einen Daggel währe die Welt in Ordnung.....leider. Mir tut einfach auch der Hovi leid, er wird wenn es "hart auf hart" kommt den Mist ausbaden müssen und unter Umständen mit seinem Leben dafür bezahlen. Potente Rüden von so terretorial veranlagten Rassen, in dieser Größe sind nunmal nicht ganz ohne, darauf muß ich als Besitzer reagieren und nicht die "Schuld" an einen anderen abwälzen. Ich find diese Menschen zu kotzen.....

Mach einen großen Bogen! Gerade jetzt wo das Streifentierchen so toll reagieren kann, so eine Begegnung könnt ihr nicht gebrauchen!


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RE: Rüdenverhalten??

#21 von Nicole , 06.01.2011 11:53

Die Rasse macht schon was aus. Sicherlich sind die Rassen von Familienzüchtern nicht mehr dass was sie mal waren. Ein Jack Russel z.B. ist nicht mehr „der Jack Russel“ von früher, die Border sind über mehrere Generationen hinweg nicht mehr auf Hütearbeit gezüchtet und der Hovawart wird auch schon lange nicht mehr aus Haus- und Hofwächter sondern als hübscher Familienhund gezüchtet. Am extremsten erkennt man die Rasseeigenschaften noch an Hunden, die durch Verbände geschützt sind und z.B. nicht ohne Jagdschein zu erwerben sind, wie der Jagdterrier. Sinn und Zweck bei dieser Zucht ist, das diese Hunde keinen Angst haben, Schärfe besitzen und ohne zu zögern z.B. in nen Fuchsbau gehen oder ne Wildsau angreifen. Ein normaler Hund würde das „nicht“ tun, da er sich der Gefahr bewusst ist. Ein Hund bei dem das Ziel war, die Angst wegzuzüchten, tut das ohne nachzudenken. Ich habe zwei richtig scharfe Jagdterrier kennen gelernt, die würden vor nichts halt machen. Wäre dieser Hund in privater Hand würde man den versuchen zu therapieren und therapieren und therapieren. Der Jäger findet den genau so richtig. Die Kampfhunddebatte finde ich daher auch nicht ganz an den Haaren herbeigezogen, wenn auch völlig schlecht umgesetzt. Aber das ist wieder ein anderes Thema.


Bei unseren Familienhunden sind die Rasseeigenschaften sicher nicht mehr so extrem, aber Rasse macht schon ein Verhalten aus. Daher gibt’s auch ganz selten unverträgliche Golden Retriever und egal wo man hingeht, sieht man die fast immer mit nem Artgenossen über ne Wiese tollen. Und wenn sie Angst vor nem Artgenossen haben, sind das meist Hunde die sich klein machen, schlimmstenfalls davonrennen. Ein Labbi apportiert für sein Leben gerne, liebt das Wasser. Ein Schäfi ist ein sensibler Schießer, der gerne auf dicke Hose macht. Denn Schäferhunde wurden früher genau aus diesem Grund gezüchtet. Sie sollten Krawall machen, dabei ne gute Mimik haben wenn jemand den Hof betritt aber nicht beißen.

Ich finde schon, dass die Rasse einen großen Teil des Verhaltens ausmacht. Bei manchen mehr, bei manchen weniger. Und gerade bei den Hunden, bei denen die Rasseeigenschaften besonders hervortreten, muss genau auf diesem Weg mit dem Hund vernünftig gearbeitet werden. Tut man das nicht, dann kommt es zu solchen „rassebedingten Problemverhalten“. Es ist nicht üblich, dass ein Hovawartrüde nen anderen gleich tot beißen möchte, aber es passt in die Art von „Problemverhalten“, dass diese Rasse mit sich bringen kann. Vor allem wenn der Hund dazu noch voll intakt ist. Daher staun ich auch immer wieder, mit welchen Welpen die Leute bei uns in der Siedlung ankommen und kann mir nur erklären, dass viele diese wegen der Optik gekauft haben. Vielleicht aber auch, da die Rassebeschreibungen von Hunden immer wie ein Arbeitszeug geschrieben sind. Was für Probleme sich entwickeln können, kann man als Hundeanfänger nicht wirklich raus lesen oder gut verdrängen. Daher sollte man sich, gibt man das Geld schon für nen Hund vom Züchter aus, erkundigen, welches Problemverhalten diese Rasse evtl. mit sich bringen könnte, und genau überlegen ob man damit klar kommt, falls es dazu kommt. Wenn ich mir nen Windhund kaufe, dann brauch ich mich später auch nicht wundern, wenn er für Hundesport nicht wirklich geeignet ist und niemals ohne Leine laufen kann. Der Hund ist aber deshalb noch lange nicht Verhaltensgestört, weil er ein Reh reißt. Daher empfinde ich es auch nicht als sonderliche Überraschung, dass bei dieser Geschichte mit dem Dackel nun mal der Hovi der Verursacher war. Das ist jedoch keine Rechtfertigung, denn würden die Leute sich dessen bewusst sein, "was" für einen Hund sie haben, würden sie ihn besser sichern.


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RE: Rüdenverhalten??

#22 von Kerstin , 06.01.2011 12:14

Natürlich spielt die Genetik eine Rolle, gerade im Aggressionsverhalten läßt sich da sehr einfach selektieren. Ich kenn auch Jagdterrier.....ganz überspitzt gesagt bracht der Jäger nach der Sauhatz einen Sack voll Teil, was man wieder zusammenflicken konnte ging nächste Woche wieder mit. Sowas in privater Hand ist schwierig. Da greift echt der Pirhana Effekt.

Allerdings gehe ich ich an die Sache inzwischen anderst ran. Ich gucke welche Auslöser hat der Hund, bei Eisan sind das zum Beispiel schnelle Bewegungen und fremd. Darauf wurde seine Mama über Generationen selektiert, ein altdeutscher muß diese Eigenschaften haben, sonst ist er wertlos und bis vor kurzem landete er in der Regentonne. Altdeutsche greifen beim hüten, sie wehren ehr die Furch, treiben eine große Herde und beschützen diese, in ihrer Freizeit bewachen sie den Hof oder verbringen die Nacht bei den Schafen um fremde fern zu halten.

Der Dobermann ist ein Kunstrasse, irgendwo hab ich gelesen das der nette Hr. Dobermann, seines Zeichesn Steuereintreiber und Viehhändler die aggressivsten Exemplare miteinander verpaarte als er seine Rasse bastelte. Auch da gehe ich davon aus, die Hunde sollten "fremd" beissen und nicht ihren Schöpfer.

Ich finde Eisans Verhalten auf Basis dieser Elterntiere nicht verwunderlich, wenn auch etwas überzogen. Ob seine Verhaltensauffälligkeiten aber an der Rasse, der Aufzucht, schlechten Erfahrungen oder einfach an seiner Geirnstruktur liegen, das kann ich nicht sagen.

Zurechtkommen muß ich damit was auch immer die Ursache sein mag. Mehr wollte ich damit eigentlich nicht sagen.

Die Rassezugehörigkeit spielt bis zu einem gewissen Maß selbstverständlich eine Rolle, ist aber auch nicht alles.

Wir haben zum Beispiel zwei Hovis die uns im Heim besuchen, die Hunde fremdeln null und nix, suchen von sich aus auf eine sehr angenehme nd freundliche Art Kontakt ohne dabei zu meiden oder zu überschwänglich zu sein. Es sind zwei, aus verschiedenen Zuchtlinien, eine aus einer Leistungszucht und eine aus einer Show Zucht. Diese Hovis gibt es auch. Wo bei den beiden der Grund liegt ist auch nicht auszumachen. Beide sind 100% verträglich mit Artgenossen, Geschlecht egal, eine kastriert, eine intakt.

Es gibt Hunde die haben weiß der Teufel welche Mißhandlungen erfahren und sind immer noch "lieb", auch ganz unterschiedliche Rasse.


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RE: Rüdenverhalten??

#23 von Nicole , 06.01.2011 12:51

Dann schreiben wir ja qausi das selbe. Das jedes Tier ein Individuum und einzigartig ist, ist klar. Egal welcher Rasse ein Hund angehört. Sollte der Hund jedoch aus welchem Grund auch immer, ein Ventil brauchen, kommen dann oft die rassetypischen Probleme zum Vorschein.

Um Verhaltensprobleme zu lösen, macht es oft durchaus Sinn, diese Rasseveranlagungen miteinzubeziehen.


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RE: Rüdenverhalten??

#24 von Kerstin , 06.01.2011 13:07

Genau! So weit sind (wir fast wie immer) gar nicht auseinander.


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RE: Rüdenverhalten??

#25 von Pudl , 06.01.2011 15:41

Rassetypische Anlagen spielen sicher eine Rolle und natürlich sollte der Hundebesitzer damit umgehen können. Ich denke aber, dass allen Rassen eines NICHT angeboren ist: andere Hunde zu jagen, zu verletzen oder gar zu töten. Das hat in meinen Augen immer mit Erziehung/Sozialisierung zu tun. Um beim Ausgangsfall zu bleiben: Auch ein Hovi kann lernen, dass man einen Dackel nicht beißen muss, um Distanz einzufordern. Und auch ein Dackel kann lernen, den strengen Blick eines Hovis ernst zu nehmen.

Selbst wenn ich dabei bin, fällt es mir schwer zu erkennen, wer denn nun wirklich die Rauferei angefangen hat, meistens gelingt es mir gar nicht. Ich halte es für gewagt, zu sagen:

Zitat von Nicole
Daher empfinde ich es auch nicht als sonderliche Überraschung, dass bei dieser Geschichte mit dem Dackel nun mal der Hovi der Verursacher war.



Einer der Nachbarhunde ist mal über den Zaun gesprungen, mit Vollgas auf Otto zu und drauf. Auch da sind allerdings Provokationen von Otto vorausgegangen. Für die konnte Otto zwar nichts, weil ja ich entschieden hatte, da täglich vorbeizuspazieren. Der andere Hund konnte auch nichts dafür, er kann nämlich nicht ganz bis zur Straße. Irgendwann war es ihm offensichtlich zu viel, dass da täglich der neue Nachbar am Revier vorbeispaziert, ohne sich vorzustellen oder einen Passierschein zu lösen.

Andersherum hat sich Otto mal auf einen kleinen Rüden gestürzt, dessen Halterin Ottos Reaktion für völlig daneben hielt. Allerdings kam der Kleine schon seit 10 Minuten immer wieder hinter den Beinen seines Frauchens unter der Parkbank hervorgeschossen um knurrend und keifend Otto in die Beine zu zwicken. Otto blieb jedes mal kurz stehen, schaute demonstrativ in eine andere Richtung und ging dann weg.

Es war in einer Hundezone, durch die ich nur durchgehen wollte, damit Otto ein bißchen frei laufen kann. Wir waren auch schon fast durch, aber der Kleine wurde immer frecher und vergrößte die Tabuzone um seine Parkbank mit jedem "Angriff". Auf Ottos strenge Blicke und angehobene Lefzen hat er null reagiert. Otto warf sich dann mit einem Abwehrschnapper auf ihn und fixierte ihn mit hocherhobenem Kopf mit seinem Gewicht am Boden. Interessant fand ich, dass Otto nur einmal und so weit an dem Kleinen vorbei in die Luft schnappte, wie er nur konnte.

Zunächst lag der Kleine auch still und Otto wollte schon gehen, fing dann aber wieder an zu strampeln und Otto in die Brust zu zwicken. Dazu kam noch das hysterische Gekreische der Hundehalterin. (Die in meinen Augen etwas merkwürdig war, nicht typisch für Hundehalter in solchen Situationen. Ihre einzige Sorge war nämlich, dass der Hund so viel gekostet hat und sie sich einen neuen kaufen muss, wenn sie mit ihm nicht mehr auf Ausstellungen kann... )

Ich war eh schon wieder auf dem Rückweg, um Otto dort wegzuholen und konnte ihn rechtzeitig abpflücken. In der Situation hätte es durchaus passieren können, dass Otto "deutlicher" werden muss und dann wäre er der Böse gewesen, der sich auf einen Kleinen gestürzt hätte.

Beide Vorfälle sind schon länger her; damals haftete Otto noch das Urteil "artgenossenunverträglich" an und entsprechend vorsichtig und skeptisch war ich. Im Zweifel hätte ich immer Otto die Schuld in die Schuhe geschoben. Inzwischen frage ich mich, ob es nicht manchmal gerade die angeblich verträglichen Hunde sind, denen es an Erziehung bzw. Sozialisation fehlt. Und ob wir Menschnen sogar angemessene Erziehung/Sozialisation sogar oft verhindern...

Erst nachdem sich der Nachbarhund auf Otto gestürzt hatte, habe ich gesehen, dass Otto da noch nie wirklich gerne vorbeiging. Er musste, weil ich ihn an der Leine hatte. Er hat aber die Revieransprüche des Nachbarn immer sehr ernst genommen, ging immer geduckt, leckte sich ums Maul, schaute nicht hin, ging so weit weg wie möglich. Und ich habe sehen können, dass meine Gedankenlosigkeit, Otto da täglich vorbeizuschleppen, für den "bösen" Nachbarhund in Wahrheit eine Zumutung war.

Erst nachdem ich Otto von dem Kleinen abgepflückt hatte, habe ich gesehen, dass er eigentlich sogar ausnehmend höflich ist. Zu einem Zeitpunkt, zu dem Rüdenbegegnungen immer Konflikt bedeuteten, konnte er bei der Wahl seiner Mittel immer noch angemessen unterscheiden. Er muss also irgendwann gelernt haben (vielleicht ist es auch angeboren, das weiß ich nicht), mit kleinen Hunden anders umzugehen als mit gleich großen/starken oder größeren/stärkeren. Da war also eine sehr starke, sehr normale Basis und ich hätte ewig daran "vorbeiarbeiten" können.

P.S. Viel zu Lang und ordentlich off topic... Sorry, aber irgendwie war es mir heute ein Anliegen, (angeblich) unverträgliche, aggressive, schlecht sozialisierte, böse, bissige, gefährliche etc. Hunde in einem freundlichen Licht zu sehen ... Sie haben es ja auch nicht immer leicht mit den distanzlosen, respektlosen ewigen Babies, denen sie täglich begegnen. Und mit Menschen, die ein ganz anderes Vetrständnis von Höflichkeit und Respekt haben... Ich hoffe, dass sich niemand persönlich angesprochen, kritisiert oder gar angegriffen fühlt. Ich musste es einfach nur auspucken, um nicht irgendwann daran zu ersticken. Danke.
Stef, mit deinem Ausgangsbeitrag hat das nicht mehr zu tun. Es tut mir sehr leid für den Dackel. In meinen Augen hat der Hovi mehr als unangemessen reagiert. Und das mit dem Markieren: Wenn es wirklich nur das gewesen sein soll, hat der Hovi verdammt schlechte Nerven...

 
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RE: Rüdenverhalten??

#26 von Nicole , 06.01.2011 17:59

Zitat von Pudl
Ich halte es für gewagt, zu sagen:

Zitat von Nicole
Daher empfinde ich es auch nicht als sonderliche Überraschung, dass bei dieser Geschichte mit dem Dackel nun mal der Hovi der Verursacher war.






Warum hab ich oben bereits erklärt. Es war damit nicht gemeint, daß der Hovi die alleinige Schuld hat. Nochmal überspitzt:

Nehmen wir an der Dackel trifft auf einen Goldi. Goldi denkt: "Wow, ein Spielgefährte."

Gleiche Situation nur diesmal nicht ein Goldi, sondern ein Hovi (ja, ich weiß, es gibt auch andere Hovis): "Hey, das ist MEINE Wiese."

Das meinte ich mit: Es wundert mich nicht, daß es ein Hovi war.

Ich finds eh oft merkwürdig, daß tolle und liebenswerte Eigenschaften jederzeit und gerne der Rasse zugeschrieben werden, aber Eigenschaften die unangenehme Folgen haben, haben auf einmal garnichts mehr Rassetypisches. Dann ist´s auf einmal wieder einfach nur ein Hund.

Jetzt hoffe ich, daß ich aus dem Fred hier raus komme, denn ich denke, wir drehen uns im Kreis.


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RE: Rüdenverhalten??

#27 von Nina , 06.01.2011 18:22

Ich denke, man muß davon los kommen, Eigenschaften eines Hundes zu werten. Es sind erstmal Eigenschaften und sonst gar nichts. Wir sind uns bestimmt alle einig, dass bestimmte Rassen auf bestimmte Eigenschaften gezüchtet wurden. Nun ist es nicht verwunderlich, auch nicht schlimm oder schlecht, aber auch nicht gut oder positiv, wenn die Hunde jetzt diese Eigenschaften an den Tag legen. Es ist erstmal nur eine Tatsache, die man wertfrei betrachten sollte. Sobald man wertet, ist man voreingenommen, denn niemand möchte dem eigenen Hund "schlechte" Eigenschaften zuschreiben.

Mir wurde ja in einem anderen Forum oft vorgeworfen, ich würde Hunde "verurteilen". Ich sehe das anders. Ich beobachte erstmal ganz ohne Urteil. Das finde ich wichtig, sonst kann ich nicht objektiv sein.

Fast alle unsere Hunde entstammen Gebrauchshunderassen. Diese hätte man nicht gezüchtet, wenn alle Hunde am Ende doch gleich wären.

Man tut sich keinen Gefallen damit, den Hunden diese Eigenschaften jetzt abschreiben zu wollen, nur weil sie keinen Zweck mehr haben und damit unerwünscht geworden sind. Die Eigenschaften sind ja nicht schlecht, sie sind nur überflüssig geworden und stören jetzt auf einmal. Den Hund, den wir eigentlich brauchen, den lieben, freundlichen, gutmütigen Familienhund in unterschiedlichen Größen, Farben und Ansprüchen an Bewegung und Beschäftigung, gibt es so noch nicht. Da ist die Entwicklung noch ganz am Anfang.

Wenn ich mir nun einen Hund zulege, der rassebedingt zu einem Verhalten neigt, dass für einen Famililenhund problematisch sein kann, dann finde ich es besser, ich bin darauf gefasst, dass es auftreten kann und lege halt in meiner Erziehung besonderen Wert darauf, vorzubeugen. Genauso, wie ich bei Lotta gegen HD-bedingte Probleme vorbeuge, obwohl es bisher kein Problem ist. Aber bei einem Hund ihrer Größe würde mir sogar die mögliche Veranlagung, ganz ohne Röntgenbefund, ausreichen, um Gelenkproblemen vorzubeugen.
Genauso sollte man mit rassetypischen Verhaltensweisen umgehen.

Wir sind uns doch auch einig, dass man was Bewegungsbedarf und Auslastung angeht rassetypisch mit einigem rechnen muß. Wer sich einen Border Collie zulegt und sich wundert, dass der nicht damit zufrieden ist, gemütlich einmal um den Acker zu laufen, den würde man für leicht beschränkt halten. Und ich denke genauso, wer sich einen Schäferhund zulegt und sich dann über Schutztrieb und damit verbundene Aggression wundert, der ist genauso beschränkt.

Aber während man Hunde-Neulinge zwar darauf hinweist, dass ein Hund Bewegung oder Auslastung braucht, wird gerne verschwiegien, dass bei bestimmten Rassen sehr, sehr viel Wert auf Sozialisierung gelegt werden muß oder dass man unheimlich aufpassen muß, nicht die Führung abzugeben. Da gebe ich Nicole völlig recht. Rassebschreibungen lesen sich alle immer nur toll. Ich glaube, vielen Hunde-Neulingen wäre wirklich mehr damit gedient, wenn man auch mal die andere Seite beleuchten würde.


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RE: Rüdenverhalten??

#28 von FrauBine , 06.01.2011 18:30

Der Einfachheit halber unterschreibe ich mal vollumfänglich bei Nina. Seh ich ganz genauso.
(Dass neben rassetypischen Eigenheiten, die mehr oder weniger stark oder auch mal gar nicht ausgeprägt sein können, immer noch jeder Hund ein Individuum ist, ich denke, darüber sind wir uns ohnehin alle einig...)


Liebe Grüße,
Sabine mit Schnuffelix, Feuerstühlchen und Katerkind

Der höchste Lohn für unsere Bemühungen ist nicht das, was wir dafür
bekommen, sondern das, was wir dadurch werden.
John Ruskin (1819-1900)

 
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