Vertrauen oder Leichtsinn?

#1 von Nina , 20.01.2011 16:15

Heute bin ich mit Lotta wieder ein bißchen rausgefahren, damit sie offline laufen kann. Sie läuft inzwischen in übersichtlichen Gebieten nur noch offline. Sie gibt auch keinen Anlass zur Klage. Sie hört super, lässt sich sogar noch abrufen, wenn sie schon bis zum Hals buddelnd im Mauseloch steckt, kommt von sich aus zurück, sobald ich die Richtung wechsel und wenn sie mal geistig abwesend ist und ich es schaffe, mich zu verstecken, dann lässt sie alles fallen und stehen und liegen und sucht nach mir.

Ich weiß noch, wie es ihr auf genau der gleichen Wiese, auf der wir heute waren, früher total egal war, ob ich ging oder nicht, wenn sie mit ihren Mäusen beschäftigt war, dann konnte ich soweit gehen, wie ich wollte, solange sie mich noch sehen konnte, ist sie nicht gekommen.

So, und jetzt frage ich mich, ob ich vielleicht zu leichtsinnig bin und mir nur einbilde, dass es so viel besser geworden ist und irgendwann macht es "wusch" und sie macht sich auf einer Spur vom Acker. Ich hatte mich ja eigentlich schon damit abgefunden, dass Lotta sowieso nie wirklich offline rennen kann oder halt nur auf kurzen Strecken und solange ich sie beschäftige, aber nicht "einfach so" während man halt spazieren geht.

Inzwischen ist es auch schon so, dass Lotta ziemlich hibbelig wird, wenn sie keinen Freilauf hat. Ich könnte das also nicht einfach wieder abstellen, wenn es aus irgendwelchen Gründen auf einmal nicht mehr geht, nicht ohne jede Menge neues Training. An schöne Dinge gewöhnt Lotta sich gaaaaanz schnell. Sie hat auch gerade im Moment einen unheimlichen Bewegungsdrang. Sie powert sich richtig aus und es macht soviel Spaß, ihr beim Rennen zu zu schauen. Nehme ich sie zwischendurch mal an die Leine, läuft sie auch prima und ohne zu ziehen an der Leine, aber Schleppleine mag sie gerade überhaupt nicht und brettert ständig rein.

Mein erster Gedanke war, dann halt erstmal wieder Schleppe zu üben, aber anderseits denke ich jetzt: vielleicht brauche ich die Schleppe ja gar nicht mehr? Zumindest nicht auf offenem Gelände.


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RE: Vertrauen oder Leichtsinn?

#2 von Pogi , 20.01.2011 16:22

Seit damals ist ihr Vertrauen in Dich ja auch gewaltig gewachsen! Deshalb denke ich nicht, dass man das vergleichen kann. Ich denke schon, dass sie es ernst meint, zu schauen, wo Du bist und was Du tust.

Ich meine, dass unsere Hunde auch ein Bisschen Vertrauen brauchen, dass sie dann rechtfertigen können! So eine Art Selbststolz oder wie man das nenen soll. Jedenfalls habe ich diesen Eindruck von Pogi her, und mehr habe ich nicht zum Vergleich. Es gibt einige Stellen, wo er wirklich weit weg geht, aber er behält mich immer im Auge und kommt zu mir, wenn ich weg gehe.


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RE: Vertrauen oder Leichtsinn?

#3 von Nina , 20.01.2011 16:31

Na ja. Ich habe halt immer noch das Bild im Kopf, wie Lotta damals (ebenfalls auf einer Wiese) auf und davon ging. Gut, das ist zwei einhalb Jahre her und sie stand zehn Minuten später vor der Haustür, aber der Schock saß doch tief. Sie ist über ein Jahr ausschließlich an der Schleppe gelaufen. Dann gab es ab und zu ein kleines bißchen Freilauf mit schleifender Schleppe. Dann habe ich sie irgendwann todesmutig abgeleint. Daher ist das alles immer noch so ein kleines bißchen unwirklich für mich.

Es ist ja auch mehr als nur das Jagen, sie ist ja schließlich nicht gerade der freundlichste Hund. Gut, auch das geht inzwischen viel besser und ich weiß ja, dass sie maximal bellt und gerade im Freilauf auch sehr schnell zu mir zurück kommen wird, wenn ich mich umdrehe und gehe, aber es wäre mir schon seeeeehr unangenehm, wenn sie jemanden vor mir entdeckt und erstmal ihre Rumpelstilzchennummer abzieht.


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RE: Vertrauen oder Leichtsinn?

#4 von Pogi , 20.01.2011 16:44

Du hast uns gefragt, daher: ich meine, Du kannst ihr den Freilauf gönnen und ihr vertrauen. Es ist ja nicht, als wenn ich sie nur aus dem Internet kennen würde. Das ist meine Sichtweise auf Euch zwei als Team. Ich glaube auch, dass sie wenn, dann nur ein Bisschen Krach machen würde, und was ist dabei??


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RE: Vertrauen oder Leichtsinn?

#5 von Schabernakel , 20.01.2011 20:17

Du klingst gerade wie ich

wie oft spaziert die Angst mit mir, wenn Kepri offline ist, wie oft sehe ich alte Bilder vor meinem geistigen Auge.

Es sind Hunde, du wirst nie eine Garantie bekommen können, egal wie hart du arbeitest, Vertrauen in neue Verhaltensweisen brauchen bei uns viel länger als bei unseren Hunden, die nehmen viel mehr als gegeben hin.
Aus heutiger Erfahrung muss ich allerdings ohne zu zögern feststellen das es ein verdammt guter und nötiger Schritt war Kepri abzuleinen, sie hat mich bisher nicht ein Mal enttäuscht, sie arbeitet viel zu gern mit mir, möchte keine Gelegenheit dazu verpassen, das aktuell beste Beispiel sind die Rehsichtungen während ich sie absitzen liess, sie war im Signal und führte dies selbstverständlich aus, dabei hätte sie in beiden Fällen locker hinter brettern können.
Mein Vertrauen in Kepri wächst auch nur sehr langsam, weil sie eben ein Hund mit Instinkten ist, ich werde weiter arbeiten und Vorsicht walten lassen, denn jeder Ausflug wirft uns weit zurück.

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RE: Vertrauen oder Leichtsinn?

#6 von Kerstin , 20.01.2011 22:07

Mach du mit Lotta nur so weiter, ihr macht das toll! Ich wünsche dir das sie nie verschwindet, doch das kann jedem, immer mal passieren, das ist allgemeines Lebensrisiko.Eine Garantie kann dir niemand geben, Lotta ist ein Lebewesen und es kann immer vorkommen das sie mal "weg" ist. Doch so wie du den Freilauf handhabst ist es eine vernünftige Lösung. Du leinst ja auch nicht einfach ab und hängst dich ans Telefon, das währe Leichtsinn.

Ich hätte auch nie gedacht das Eisi mal Freilauf bekommt und seit letztem Jahr im Sommer hat er regelmäßig, auch auf Wiesen. Ob ich mich im Wald jemals traue weiß ich nicht, doch ich hätte letztes Jahr im Winter auch noch gesagt es geht nie in den Wiesen mit den Enten......wer weiß was kommt? Ich trau mich inzwischen schon mal die Schleppe, schleppen zu lassen hätte ich auch nie für möglich gehalten.


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RE: Vertrauen oder Leichtsinn?

#7 von Nina , 20.01.2011 22:17

Ja, Schleppe schleppen lassen mache ich im Wald auch manchmal. Aber das ist sehr vom Wetter abhängig. Im Sommer, wenn es sehr warm ist, dann kann man das bei Lotta schonmal riskieren und wenn viel Schnee liegt auch. Im Moment, bei der Nässe, geht es gar nicht. Jetzt ist so richtig ihr Lieblings-Jagdwetter.

Es ist halt auch immer ein bißchen das Problem, dass man nicht 100% sicher gehen kann, dass man nicht doch mal jemanden übersieht. "Offene Flächen" heißt bei uns ja, am Waldrand entlang. So richtig offen ist es hier nur an ganz wenigen Orten. Da kann immer mal plötzlich jemand mit Hund um die Ecke kommen oder ein Radfahrer taucht plötzlich auf und je mehr Lotta frei läuft, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass sie dann eben nicht angeleint ist.

Das macht mir fast mehr Sorgen als ein eventueller Jagdausflug. Solange es genug Mäuse gibt, scheint sie diese als Ersatz ganz gut akzeptiert zu haben.


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RE: Vertrauen oder Leichtsinn?

#8 von Langbein , 20.01.2011 22:22

Nina, mir gehts sehr ähnlich... Kaya darf in letzter Zeit auch öfters ohne Schlepp laufen. "Eingebürgert" hat sich dies, weil wir in letzter Zeit öfters mit anderen Hunden laufen und da stört die Schleppe.

Ich war auch heut bei Schneegestöber in den Feldern, wir waren ganz alleine. Kaya durfte buddeln bis zum Umfallen, ich hab sie auch mal hinter mir gelassen und bin weiter gelaufen. Hab mir auch dann die Frage gestellt, ob das jetzt richtig ist. Einen Radius von ungefähr 30 Meter darf sie eh nicht überschreiten, will sie aber auch nicht unbedingt. Ob das doof ist, weil im Sommer wieder viel mehr Leute unterwegs sein werden und sie doch wieder an die Schleppe muss?

Hach... hach...


LG
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RE: Vertrauen oder Leichtsinn?

#9 von Pudl , 20.01.2011 23:27

Kommt mir sehr bekannt vor. Otto konnte immer wieder mal frei laufen, aber sehr eingeschränkt und kontrolliert. Seit einiger Zeit zwinge ich mich dazu, in übersichtlichen Gebieten die Leine überhaupt nicht einzuhängen. Wenn es mir gelingt, bin ich auf mich stolzer als auf Otto...

Auf solchen Spaziergängen hilft mir sehr, mir vorzustellen, was im schlimmsten Fall passieren würde: Otto würde einen Menschen belästigen, würde ihn anbellen, anknurren, in ganz seltenen Fällen nach ihm schnappen. Er würde vielleicht zu einem angeleinten Hund laufen, was den anderen Hundehalter möglicherweise ärgert, schlimmstenfalls gibt's tatsächlich ein kurzes Handgemenge.
Jagen ist bei Otto wenigstens kein großes Thema. Allerdings würde er auch nachlaufen, wenn ein Reh ein paar Meter vor uns über den Weg springt, und damit wahrscheinlich den Jäger mehr ärgern als das Reh.

All das möchte ich aus Rücksicht auf andere nicht haben. Aber ist es wirklich sooooooo schlimm, um Otto lebenslang Anbindehaltung aufzuerlegen?

Meinen früheren Hunden habe ich blind vertraut. Und ich frage mich oft, ob vielleicht nur dieses Vertrauen dafür gesorgt hat, dass immer alles gut war.

 
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RE: Vertrauen oder Leichtsinn?

#10 von Schnuffelnase , 21.01.2011 10:04

Nina, hab Vertrauen in deine Lotta. Sie ist sehr gehorsam inzwischen und selbst wenn sie mal wirklich abhauen wollte: sie frisst niemanden, sondern verbellt doch meistens nur, oder? SChutzhundlotta mit am Arm hängen hattet ihr doch schon ewig nicht mehr? Insofern ist das Risiko nicht so viel höher als bei jedem "normalen" Hund, wenn er abhaut- Straßen halt usw. Ich glaub auch ehrlich gesagt garnicht, dass Lotta, wenn sie ohne dich losrast, pöbelnd durch die Straßen zöge- sie hätte dann nämlich eine Aufgabe- ihr Frauchen oder ihr Zuhause wiederfinden- und damit gar keine Zeit für sowas.

Wenn du das Gefühl hast, dass sie gut hört, dann gönn ihr den Freilauf. Ist für mich mit meinem Schnuffeltier auch immer noch gewöhnungsbedürftig, aber fakt ist, dass alle diese Hunde, die laaaange und viel Schleppleine laufen mussten und wo man sich einen Wolf trainiert hat, damit sie überhaupt irgendwie abrufbar sind, in der Regel besser hören als der Durchschnittsfiffi und damit haben sie sich den Freilauf echt verdient. Du musst sie ja nicht bei besonderen Ablenkungen losmachen und natürlich ist herumträumen dann nicht drin. Du kennst doch die ersten Anzeichen, wenn sie was gesehen hat und Lotta orientiert sich jetzt schon ganz toll an dir!

Klar, 100% Zuverlässigkeit wirst du vielleicht nie kriegen und mir macht das auch immer Sorgen, schließlich könnte ja immer irgendwas sein... aber wenn man vernünftig die Risiken abwägt, dann komme ich zu dem Ergebnis, dass Freilauf unter bestimmten Bedingungen durchaus in Ordnung geht. Und die Bedingungen hast du ja in diesem Gelände.


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RE: Vertrauen oder Leichtsinn?

#11 von Nina , 21.01.2011 11:11

Ja, das stimmt schon. Ich bin ja auch eher ein sehr vorsichtiger Mensch, leichtsinnig werde ich also nicht soooo schnell. Und letztendlich haben wir ja dafür so viel geübt, also was wäre der Sinn des ganzen gewesen, wenn ich Lotta jetzt immer noch nicht laufen lasse. Außerdem sind vertrauensbildende Maßnahmen wichtig, dann wird man lockerer und wenn ich lockerer bin, dann ist Lotta auch lockerer.

Und, nein, Lotta rennt nicht pöbelnd durch die Straßen. Sobald ich weg bin, ist sie da viel zu sehr in Panik, um sich zu prügeln. Selbst wenn sie einen Tutnix verdreschen darf, dreht sie ab, sobald ich weggehe. Prügeln macht im Team ja auch viel mehr Spaß. Da hat sich auch sehr viel entwickelt. Sie ist längst nicht mehr so auf Krawall gebürstet wie früher. Problematisch ist halt noch alles, was sehr plötzlich auftaucht, denn da handelt sie nur aus Reflexen heraus und fängt erst hinterher an zu denken. Das wird noch dauern, bis sich da einbürgert, dass man auch reflexartig zurück weichen kann, anstatt vor zu preschen.


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RE: Vertrauen oder Leichtsinn?

#12 von Nina , 22.01.2011 15:28

OK. Lotta hat mir heute bewiesen, dass ich mir viel zu viele Gedanken mache.

Ich nehme ja immer so einig tolle Dinge mit auf den Spaziergang. Lotta bekommt ziemlich zu Beginn der Freilaufstrecke eins davon (heute war es ein Schweinohrtaler) für Abruf aus leicht erschwerter Situation und kann dann versuchen, mich davon zu überzeugen, dass sie ein weiteres Superleckerli oder ein tolles Spielzeug verdient hat. Das ist gar nicht so leicht, aber sie gibt sich Mühe.

Der Weg heute führte ein ganzes Stück an einer Hecke vorbei, hinter der eine zweite Wiese ist auf der auch manchmal Hundehalter sind. Ich hatte also ein Auge auf Lotta und eins auf die Hecke, um ja nichts zu verpassen. Auf einmal kommt Lotta, die bis dahin, dumdididum, herumgesprunge war, angerannt und guckt mich auffordernd an. Hm. Habe ich was übersehen? Auf "Fuß" schmeißt sie sich ran, als wären wir auf dem Hundeplatz und strahlt mich an. Ich gucke noch mal, ob was hinter der Hecke sein könnte, kann aber nichts erkennen. Also Freigabe.

Lotta hüpft los, dumdididum, dreht sich um und kommt zurück und guckt mich erwartungsvoll an. Gleiches Spiel. Ich überprüfe noch mal die Hecke, kann nix ausmachen, also Freigabe.

Lotta hüpft los, dumdididum, dreht sich um und kommt zurück und guckt mich erwartungsvoll an.

Also gut. Ich bin ja nicht doof. Da muß also was sein, was sie sieht, ich aber nicht. Also habe ich sie sicherheitshalber mal angeleint, die Hecke war sowieso zu Ende und ich konnte dahinter schauen. Nichts. Gar nichts. Kein Mensch, kein Hund, null. Ich wollte gerade wieder ableinen, da sah ich es. Direkt vor uns. Vielleicht noch 50 m entfernt. Dreckig grau-weiß auf dreckig grau-weißem Schnee. Eine ganze, riesige Schafherde.

Mir blieb da doch erstmal nachträglich das Herz stehen. Aber immerhin habe ich den zweiten Schweinetaler rausgerückt. Wäre ich nicht so perplex gewesen und hätte noch eine Ahnung gehabt, wo sich mein Schlüssel zum Aufritzen der Minileberwurst befindet, hätte sie auch diese bekommen.

Letzes Jahr gehörten Schafe immerhin noch in die Kategorie jagdbares Wild und jetzt macht Lotta nur noch dumdididum und freut sich, selbst wenn ich Depp drei Anläufe brauche um die Biester überhaupt zu sehen. Die hatten aber auch echt Tarnfarbe.

Jedenfalls war das eigentlich genau das, was ich meinte. Man passt auf und guckt und lauscht und konzentriert sich auf gefährliche Ecken und dann übersieht man etwas, was aus einer ganz anderen Richtung plötzlich da ist.

Ja, und da Lotta soooo toll war, habe ich sie bei der nächsten Hundesichtung auch nicht angeleint sondern einfach so getan, als wäre da nichts. Hat auch prima geklappt. Beim ersten mal hat sie noch die Rute ein bißchen aufgeplustert, aber als wir den gleichen Hund dann noch mal sahen, war er ihr egal.


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RE: Vertrauen oder Leichtsinn?

#13 von Pogi , 22.01.2011 18:00

Na siehste! Sie hat sich Dein Vertrauen verdient! Und wer hat das erarbeitet? Du! Damit ist erwiesen, dass Du Euch Beiden vertrauen kannst, Lotta und Dir selbst, auf Grund dessen, was Du mit ihr erreicht hast. Bravo!


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RE: Vertrauen oder Leichtsinn?

#14 von Nicole , 23.01.2011 10:41

Wow, ihr mutiert echt zum Superstreber-Team!


Liebe Grüße
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RE: Vertrauen oder Leichtsinn?

#15 von Schnuffelnase , 23.01.2011 16:27

Siehste, das ist genau was ich meinte. Lotta ist inzwischen ein Dumdidum-Streber Den zweiten Schweinsohrtaler hat sie aber wirklich redlich verdient! Sie ist so genial! Ich meine, sie hätte ja auch dumdidum... nach der Freigabe in die Schafe preschen können- erlaubterweise. Aber sie wusste ganz genau, die darf sie nicht und fürs Superbravsein könnte man was absahnen. Hach, sie macht das soooo toll!


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