warum könnte sie sich so verhalten? Was könnte ich tun, um das zu ändern?

#1 von Janina , 04.11.2011 13:39

Also, meine Hundedame zu motivieren ist leider nicht immer einfach. Es gelingt mir zwischendurch immer mal wieder, sobald eine Spieleinheit aber abgebrochen ist, ist Lara aber wieder voll und ganz auf sich konzentriert, achtet nicht mehr groß auf mich und fällt, wenn ich sie lasse, gut und gerne 20 Meter zurück, bis sie gelassen hinterher trottet, außer sie findet auf dem Weg zu mir wieder eine interessante Schnupperstelle (fast immer der Fall), dann kann ich mir aussuchen, ob ich riskiere unseren Abstand auf 30-50 Meter zu erweitern oder ob ich sie rufe oder einfach abhole. Meist kommt nur eine der letzten beiden Optionen in Frage, da wir ja nun mal mitten in der Stadt leben und mir das Risiko, dass sie überfahren wird, viel zu groß ist.

Wir fahren daher öfter raus, um mehr Möglichkeiten zu haben. Bloß ergeben sich da die Probleme gar nicht erst. Sie folgt uns in unbekannten Gegenden viel besser und wenn sie mal zu weit zurückfällt, dann flitzt sie halt irgendwann nach...einen Transfer leistet sie aber nicht, wenn wir wieder bekanntere Strecken gehen, da ist es ihr wieder schnurzpiepegal. An der Leine läuft sie eigentlich mittlerweile gut mit, aber lass ich sie ab, dann fängt sofort "das Trotten" an (in der ersten Hälfte des Tages ist es am extremsten). Sehe ich mich dann nach ihr um, bleibt sie gern stehen - klar, meine Körpersprache signalisiert dann ja auch eher "bleib stehen", aber ich muss ja auch auf sie achten und mit nem Spiegel möchte ich nicht durch die Gegend laufen.

Es ist tierisch nervig, ich würde sie viel häufiger mal ohne Leine laufen lassen, wenn sie nicht gleich so furchtbar trantütig werden würde. Jedes Blatt muss beschnuppert werden und dann kommt sie mit einem genervten Blick nachgedackelt (komm ich heut nicht, komm ich morgen). Wenn wir einen Hund nach ihrem Geschmack treffen, dann kann sie aber plötzlich flitzen, dass man nur so dasteht und staunt . Daher und aufgrund der vielen tierärztlichen Untersuchungen möchte ich jetzt ein Verhaltensproblem (vielleicht vor allem meinerseits) in Betracht ziehen. Hat jemand Erfahrung mit einem solch sturem Verhalten und ein paar Tipps auf Lager? Wenn es nach mir ginge, würden wir täglich mehrere Stunden draußen sein, aber so macht es einfach wenig Spaß. Fußläufig sind unbekanntere Runden auch gar nicht mehr verfügbar, inzwischen sind wir alle mehrfach gelaufen. Es ist wirklich nervig, das Gefühl zu haben, dass Lara sich erbarmt mit mir rauszugehen... (und nicht andersrum).


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RE: warum könnte sie sich so verhalten? Was könnte ich tun, um das zu ändern?

#2 von Schnuffelnase , 04.11.2011 14:20

Zitat von Janina
Wir fahren daher öfter raus, um mehr Möglichkeiten zu haben. Bloß ergeben sich da die Probleme gar nicht erst. Sie folgt uns in unbekannten Gegenden viel besser und wenn sie mal zu weit zurückfällt, dann flitzt sie halt irgendwann nach...einen Transfer leistet sie aber nicht, wenn wir wieder bekanntere Strecken gehen, da ist es ihr wieder schnurzpiepegal.



Das ist aber logisch und bei nahezu allen Hunden so, weswegen man Freifolge und Abruf sehr gut in für den Hund unbekanntem Gebiet üben kann. Das ist einfach Unsicherheit, sie ist in einer unbekannten Gegend viel mehr darauf angewiesen, auf dich zu achten, wenn sie nicht alleine da stehen will auf einmal. In bekanntem Gebiet lassen sich viele Hunde Zeit (abgesehen davon sind die Markierungsstellen dann ja auch von ihren direkten Nachbarn/Konkurrenten) bzw. gehen mal stiften, notfalls kennen sie ja den Weg nach Hause Im Ernst, DAS würde ich nicht als Verhaltensproblem werten sondern ist eigentlich ein Zeichen, dass sie ziemlich gut abwägt, ob es notwendig ist, schnell mitzulaufen.

Das notwendig kann man oft durch Motivation ersetzen. Gerade auch weil du schreibst, dass sie angesichts anderer Hunde schnell einige Gänge rauf schalten kann, würde ich sagen: Versuch mal, eine Liste der Dinge zu machen, die Lara vom Hocker reißen. Begonnen mit dem Allerallercoolsten bis hin zu na ja. Schnuppern scheint recht weit oben auf dieser Liste zu rangieren und wird anscheinend schwer übertroffen. Dass es übertroffen werden kann, z.b. vom Bedürfnis nach Sicherheit in unbekannten Gegenden, hast du ja geschrieben. Du müsstest also zum motivieren etwas finden, was höher als schnuppern auf ihrer Liste steht.

Eigentlich würde ich sehr gerne ein Video mal sehen von einem eurer Spaziergänge. Denn wenn es das ist, dass sie sich überall festschnuppert, ist es kein Krankheitszeichen und du sparst ne Menge Geld für TA und co.


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RE: warum könnte sie sich so verhalten? Was könnte ich tun, um das zu ändern?

#3 von Nina , 04.11.2011 16:10

Wenn Schnuppern so toll ist, kannst Du auch versuchen, noch besserer Schnupperstellen zu schaffen. z.B. kannst Du ihr ein Mauseloch zeigen oder ein Leckerli verstecken, bevor Du sie rufst und ihr so ungefähr zeigen, wo es ist. Wir haben dafür "uiuiuiuiui" als Signal. Das benutze ich auch manchmal im Haus, wenn Lotta nicht im Zimmer ist und ich ein Leckerli für sie habe oder beim Kochen was für sie abfällt (wobei sie da seltenst nicht im Raum ist), also immer, wenn ich was supertolles gefunden habe, was Lotta dann haben darf. Das muß nicht Futter sein, es geht auch ein Spielzeug oder etwas, dass sie auspacken darf.

Wenn's ganz hart ist, kannst Du auch mal versuchen, vielleicht eine Spur mit Wurstwasser zu legen, der sie folgen darf. Überhaupt würde ich vielleicht für einen Hund, der so sehr in seiner eigenen Welt lebt, was mit Fährten versuchen. Häufig sind diese Hunde supergut darin, weil sie sich mehr auf dei Fährte als auf den Halter konzentrieren.


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RE: warum könnte sie sich so verhalten? Was könnte ich tun, um das zu ändern?

#4 von Janina , 07.11.2011 17:57

Das Gemeine ist, dass Lara zu gewissen Zeiten, einfach gar nicht und durch nichts in der Welt ansprechbar ist. Da schnuppert sie in ihrer eigenen Welt vor sich hin und sieht und hört nichts. Da kann ich auch mit dem Lieblingsleckerlie wedeln. Wenn sie dann fertig ist, kommt sie und holt es sich ab...dann freut sie sich auch. Bis dahin bemerkt sie es einfach nicht.

Heute hab ich ein neues Spielzeug gekauft, einen Tennisball, der quietscht und auf unserem Spaziergang war sie immer sofort an Ort und Stelle, wenn es quietschte ! Ich hab mich sogar getraut, sie im Kaninchenrevier abzuleinen, weil sie so ballfixiert war. Das war großes Lara-Kino! So sehr mochte sie noch kein Spielzeug, sie fand es phasenweise wichtiger als Leckerlies und trug es stolz mit sich herum, ohne es bei mir abzuliefern, um gegen Futter einzutauschen. Wann immer sie es zum Schnuppern fallen gelassen hat, hat sie danach mit leichtem Anflug von Panik danach geguckt und es schnell wieder aufgenommen, um es jaaa nicht liegen zu lassen. Das hab ich bei ihr wirklich noch nie so erlebt. Aber ich muss dazu sagen, dass heute einer ihrer super guten Tage ist. Seit ein paar Tagen ist sie wieder motivierbar und sehr bewegungsfreudig.

Was ich jetzt ausprobieren möchte, ist, dass sie nur noch eine Futterration aus dem Napf bekommt und sich die zweite erarbeiten muss. Bislang hab ich mich immer geweigert, weil ich es einfach so doof finde, wenn Motivation und Folgsamkeit rein über's Futter läuft. Aber ich denke, es ist 'nen Versuch wert und es ist ja auch ein Stück weit natürlich, dass sie etwas für ihr Futter tun muss. Heute und gestern hat das jedenfalls ganz gut geklappt und plötzlich werden Frauchens Angebote mit großer Begeisterung in Anspruch genommen - auch die Tobeangebote . Ich will aber nicht voreilig interpretieren, sie hat gerade vielleicht einfach eine gute Phase. Ich werde mal abwarten und weiterhin berichten, wie's läuft.


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RE: warum könnte sie sich so verhalten? Was könnte ich tun, um das zu ändern?

#5 von Schnuffelnase , 07.11.2011 23:02

Zitat von Janina
Was ich jetzt ausprobieren möchte, ist, dass sie nur noch eine Futterration aus dem Napf bekommt und sich die zweite erarbeiten muss. Bislang hab ich mich immer geweigert, weil ich es einfach so doof finde, wenn Motivation und Folgsamkeit rein über's Futter läuft. Aber ich denke, es ist 'nen Versuch wert und es ist ja auch ein Stück weit natürlich, dass sie etwas für ihr Futter tun muss. Heute und gestern hat das jedenfalls ganz gut geklappt und plötzlich werden Frauchens Angebote mit großer Begeisterung in Anspruch genommen -



Na das wär doch klasse, wenns einfach an der Motivation liegt. Bin gespannt. Dass ein Hund für sein Futter arbeiten muss, finde ich nicht schlimm. Ich halte nichts davon, ihn ewig lang vorher hungern zu lassen (letzte Rütter-Folge: 48h nix zu futtern...), aber dass nicht die ganze Tagesration geradewegs ins Maul geflogen kommt und ruhig vor dem Üben ein kleines Hüngerchen aufkommen sollte, damit können Hunde gut leben. Das tut die Beute ja auch nicht, die muss auch erst gejagt werden. Vielleicht seid ihr mit einem Futterbeutel gut bedient ;-)


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RE: warum könnte sie sich so verhalten? Was könnte ich tun, um das zu ändern?

#6 von Sallily , 07.11.2011 23:32

Zitat
Bislang hab ich mich immer geweigert, weil ich es einfach so doof finde, wenn Motivation und Folgsamkeit rein über's Futter läuft.



Dazu habe ich auf einer Obedience-DVD einen schönen Satz gehört: "Wenn ein Wolf Hunger hat, kommt auch nicht einfach ein Reh vorbeigeflogen. Er muss sich das Fressen erarbeiten".

Sie scheint sich deiner ja ausgesprochen sicher zu sein. Warum soll sie sich die Mühe machen, auf dich zu achten, wenn du immer so nett wartest?

Was ist denn, wenn sie dich mal zwischendurch "verliert"?

Sallily

RE: warum könnte sie sich so verhalten? Was könnte ich tun, um das zu ändern?

#7 von Sallily , 07.11.2011 23:39

Zitat
Es ist wirklich nervig, das Gefühl zu haben, dass Lara sich erbarmt mit mir rauszugehen... (und nicht andersrum).



Ich glaube, genau da liegt das Problem. Das ist kein Gefühl, das scheint mir eine Tatsache zu sein.

Was du tun kannst, um das zu ändern? Mach dich wertvoll für sie.

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zuletzt bearbeitet 07.11.2011 23:49 | Top

RE: warum könnte sie sich so verhalten? Was könnte ich tun, um das zu ändern?

#8 von Schnuffelnase , 07.11.2011 23:47

Zitat von Sallily
Was ist denn, wenn sie dich mal zwischendurch "verliert"?



Ich würd mal schätzen, da das in fremder Umgebung anders aussieht, wüsste sie den Weg nach Hause
Bei uns lassen sich auch nicht alle Hunde mit Versteckspielchen beeindrucken. Die, die genug Grips haben, machen erst ihren Kram fertig und wenn sie einen dann verloren haben, fällt ihnen ein, dass sie ja auch noch eine Nase haben... Mantrailing learning by doing sozusagen Und Spaß macht das auch noch. Wirklich Angst gekriegt haben sie bei solchen Aktionen äußerst selten. Bei meiner vorigen Hündin hab ich mich einmal versteckt und sie hat mich für den Rest ihres Lebens im Auge behalten.

Und für das Hüngerchen findet man draußen jede Menge sehr leckere Sachen, die man nicht haben darf, wenn Frauchen daneben steht


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RE: warum könnte sie sich so verhalten? Was könnte ich tun, um das zu ändern?

#9 von Sallily , 07.11.2011 23:57

Kommt darauf an. So ein "Verlorengehen" muss natürlich gut vorbereitet sein. Gerade bei einem Hund aus Zypern ( habe mal nachgelesen ), der möglicherweise frei gelebt hat.

Wir haben so einen Fall im Training. Lilly wollte es auch nicht glauben, bis Frauchen mal "richtig" weggegangen ist, jedenfalls aus ihrer Sicht. Das haben wir ein paar Mal in unterschiedlichen Situationen passieren lassen, dann wurde es besser.

Auf den Hund zu warten ist jedenfalls die schlechteste Lösung.

Sallily

RE: warum könnte sie sich so verhalten? Was könnte ich tun, um das zu ändern?

#10 von Schnuffelnase , 08.11.2011 00:03

Zitat von Sallily
Wir haben so einen Fall im Training. Lilly wollte es auch nicht glauben, bis Frauchen mal "richtig" weggegangen ist, jedenfalls aus ihrer Sicht.



Glaub mir, ich BIN richtig weggegangenm, sogar mit dem Rad weggefahren (nicht nach Hause), damit ich nicht so leicht einzuholen bin, habe sie lange vor der Haustüre stehen lassen Du kannst den Hund ja schlecht daran hindern, die Spur aufzunehmen und auch wenn er "verloren" ist, nicht daran, erst einmal seinen Hunger mit dem nächstbesten Scheiß (im wahrsten Sinne des Wortes) zu stillen. Selbst wenn man das gut vorbereitet, bei manchen Hunden hat es keinen Effekt. Wollte ich auch erst nicht glauben, war aber so. Manche haben einfach ein zu hohes Potential, ihre Probleme selber zu lösen. Inzwischen ist die Bindung so eng, dass das schon Einfluss hat. Aber die Problemlösungsfähigkeit ist noch erhalten ;-)

Dass warten die schlechteste Lösung ist, da stimme ich dir allerdings zu.


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RE: warum könnte sie sich so verhalten? Was könnte ich tun, um das zu ändern?

#11 von Janina , 08.11.2011 12:41

Danke für euer Feedback!

Zitat
Vielleicht seid ihr mit einem Futterbeutel gut bedient ;-)



So einen haben wir seit gut 'nem Jahr. Es hat so seine Zeit gedauert, bis Madame einsah, dass der Futterdummy beachtenswert ist, inzwischen apportiert sie ihn mit großer Leidenschaft. Bislang hat sie dadurch aber immer Extrasnacks erhalten, bzw. das bisschen, was ich von den Hauptrationen abgezweigt habe. Das wird sich jetzt etwas ändern. Ich glaube nämlich auch, dass sie sich ein bisschen zu sicher ist, was ihre Ansprüche angeht .

Die Rütter-Folge hab ich auch gesehen und ich finde 48 Stunden auch hart. Zwar funktioniert die Verdauung eines Hundes ja ein bisschen anders, als die eines Menschen und klar muss ein Wolf auch durchaus mal mehrere Tage warten, bis er sich wieder den Bauch vollschlagen kann, aber 1. sind Hunde keine Wölfe und 2. leben sie nun mal nicht in der Natur. Wölfe erhalten auch keine tierärztliche Hilfe oder werden eingeschläfert, wenn sie sich quälen, deshalb würde ich das nicht auf meinen Hund anwenden. Sowas finde ich auch immer etwas seltsam, ich hab eigentlich das Gefühl, dass man mit dem Hund auch erstmal eine sanftere Variante (Fressen nur noch draußen und für Kooperation) hätten fahren können. Aber naja..es ist und bleibt ne Fernsehproduktion und der Erfolg soll sich halt möglichst schnell zeigen....

Zitat
Auf den Hund zu warten ist jedenfalls die schlechteste Lösung



Ja, das seh ich auch so. Warum sollte sie sich beeilen, wenn ich doch so geduldig warte. Was kann ihr denn passieren? Nichts.

Sobald ich mir sicher bin, dass ihr nichts passiert und nicht mehr groß auf sie warte - nämlich wenn wir nicht mehr in städtischen Gefilden unser Unwesen treiben , merkt sie das sehr schnell, sie weiß dann automatisch, dass ich nicht auf sie achte, sondern sie auf mich achten muss und dann setzt sie es in die Tat um! Da dreht sich der Spieß dann tatsächlich um. Allerdings ergeben sich auch dann mal ziemliche Entfernungen zwischen uns und obwohl sie nie den Anschluss verliert, wäre mir auch das zu riskant in der Stadt.

Hier in Hamburg ist es mir zu gefährlich, "verloren" zu gehen. Lara handelt nämlich auch gern mal sehr impulsiv und kopflos und wenn sie dann Panik kriegt, dann traue ich ihr zu, dass sie kreuz und quer über die Straßen läuft. Wenn sie mich hier, auch auf bekannter Strecke, "wirklich" verlieren würde, dann schätze ich sie so ein, dass sie dann nicht mehr entspannt wäre und einfach seelenruhig nach Hause liefe, sondern versuchen würde, mich zu finden. Aber sie würde erstens eine Weile brauchen, bis sie realisieren würde, dass ich wirklich weg bin (ist ja noch nie passiert) und dann würde sie vermutlich nicht mal mehr ihrer Nase folgen, sondern einfach losrennen. Eine ähnliche Situation hatten wir mal, als ich und mein Freund uns draußen getrennt haben und er sie eine Viertelstunde später von der Leine ließ... . Da hilft auch keine zweite Person weiter, sie rennt in einem Affenzahn los, dass man keine Chance hat und am besten sofort Stoßgebete spricht. Oder gäbe es da eine weniger gefährliche Variante, auf die ich noch nicht komme? Dazu muss ich sagen, dass Lara mir den Vogel zeigt, wenn ich mal kurz hintern Baum springe, ich hab das Gefühl, damit mache ich mich bei ihr nur unglaubwürdig (hat bei unseren Famlienhunden Wunder gewirkt) .

Zitat
Na das wär doch klasse, wenns einfach an der Motivation liegt



Ja, das wär's. Ich glaube aber nicht, dass es so ist, auch wenn ich es hoffe. Ich hab immer noch das Gefühl, dass auch körperlich etwas nicht stimmt, aber ich finde, es spricht nichts dagegen, das Pferd mal andersrum aufzuzäumen .


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RE: warum könnte sie sich so verhalten? Was könnte ich tun, um das zu ändern?

#12 von Janina , 08.11.2011 13:05

Zitat
Überhaupt würde ich vielleicht für einen Hund, der so sehr in seiner eigenen Welt lebt, was mit Fährten versuchen. Häufig sind diese Hunde supergut darin, weil sie sich mehr auf dei Fährte als auf den Halter konzentrieren.



Ich würde darauf wetten, dass sie darin super wär. Und ich hab schon so oft drüber nachgedacht, etwas in die Richtung mit ihr zu starten, hab aber irgendwie Sorge, dass sie dadurch nur noch selbstständiger wird. Ich will ja aber erreichen, dass sie mehr auf mich achtet und lernt, etwas auf meine Meinung zu geben. Wäre es dann nich kontraproduktiv mit ihr zu fährten? Zumindest momentan?


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RE: warum könnte sie sich so verhalten? Was könnte ich tun, um das zu ändern?

#13 von kishu , 08.11.2011 13:15

Zitat von Janina
Ich will ja aber erreichen, dass sie mehr auf mich achtet und lernt, etwas auf meine Meinung zu geben. Wäre es dann nich kontraproduktiv mit ihr zu fährten? Zumindest momentan?



Nein, sie macht es ja MIT Dir!
Du bist dabei, wenn sie Freude an etwas hat. Ohne Dich wird nicht so toll gefährtet.

Sie hängt dann ja an der Leine und weiß genau, dass du ihr die Fährte gelegt hast. Denn Wurstwasserfährten gibt es ja sonst nicht in der Natur!

Jutta

 
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RE: warum könnte sie sich so verhalten? Was könnte ich tun, um das zu ändern?

#14 von Schnuffelnase , 08.11.2011 13:39

Zitat von Janina
Wäre es dann nich kontraproduktiv mit ihr zu fährten? Zumindest momentan?



Kann ich mir jetzt nur schwer vorstellen. Weil- DU setzt sie ja auf den Anfang der Fährte. Sie findet die ja nicht zufällig einfach so, sondern im Prinzip hast DU einen interessanten Anfang gefunden und den dürft ihr zusammen ausarbeiten. Gemeinsame Aktivitäten stärken die Bindung, auch wenn der Hund dabei selber sehr aktiv ist.

Einen Teil des Futters als Belohnung zu verfüttern ist übrigens wirklich eine feine Sache. Neulich hatte Kira auf dem Abendspaziergang null Motivation, weil die Ablenkung war groß und das Essen (halbe RAtion) in meiner Tasche insofern nicht interessant, da es ja gleich den Rest im Napf geben würde. Sie war also nicht bereit, mitzuarbeiten, sondern wollte lieber Mäuschen schnuffeln. Dann hab ich meine Kekse halt wieder in die Tasche gesteckt und wir sind nur so gelaufen, so gut wie nix gearbeitet, aber auch so gut wie nix verdient und zuhause angekommen natürlich noch HUNGER . Hab zuhause dann die Essenszeit mal ne Stunde vorbei gehen lassen. Dann bin ich nochmal mit ihr raus, gleiches Angebot, was zu arbeiten. Mit hoher Motivation wurden jetzt die Spielies aus dem Gras gesucht, Mäuse nicht mehr so wichtig
Das nächste Mal hat sie gleich ordentlich gesucht, damit es nicht nochmal zu so einem Zirkus kommt. Also zuweilen kann man da schon was machen.


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RE: warum könnte sie sich so verhalten? Was könnte ich tun, um das zu ändern?

#15 von Sallily , 08.11.2011 14:18

Nasenarbeit wirkt sich, das beobachte ich immer wieder, sehr oft positiv auf das Gesamtverhalten eines Hundes aus.

Vermutlich, weil ein Grundbedürfnis befriedigt wird.

Sallily

  

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