Krämpfe als Stressindikator?

#1 von Schabernakel , 13.02.2011 17:20

Einige von euch werden sich sicher noch an die Krampfgeschichte bei Kepri erinnern.

Heute ist leider wieder so ein Tag- wir waren mit einer Nachbarin und ihrem Hund in der Eifel unterwegs, eine Runde von gut 2,5 Stunden. Nicht die Zeit sondern der Anspruch der Runde bringt uns jetzt seit 13 Uhr einen Podi der sich nicht ablegen kann, sie findet einfach keine Ruhe, streift rastlos und total fertig durchs Haus, anleinen bringt es auch nicht, sie fängt sofort an sich selbst Krämpfe herbei zu führen, runterkochen geht nur bedingt, sie kann einfach keine längere Rast finden, ständig springt sie wieder auf, schnappt sich dabei in die Hinterläufe und kläfft sich in Rage.
Ich habe versucht alle Arbeiten zu unterbrechen und mich sogar am helllichten Tag mit ihr ins Bett gelegt, sie gedeckelt- nix, ständig tapert sie wieder los, streift erneut durchs Haus und scharrt wie blöde auf dem Teppich im Studio eine Schlafmulde um sich doch nicht abzulegen.
Eben sass sie wieder neben mir und machte den Rücken krumm- so fügt sie sich Krämpfe zu, ich kann dies heute mit einem Signal unterbrechen, jedoch nur kurzfristig, dann geht es wieder los, egal ob ich sie beobachte oder nicht.
In den Arm nehmen mag sie sonst immer, sie schläft dann sofort im Sitzen ein- jetzt nicht, sie windet sich fischgleich sofort los und kläfft.

Ich habe ihr jetzt Magnesium gegeben und beschlossen diese wunderschöne Hunderunde nicht mehr zu laufen, es waren wohl eindeutig zu viele Rehe und Wildschweine für mein Stressfellchen unterwegs

auf der Runde selbst war Kepri bis auf eine Situation ansprechbar und lies sich gut runterkochen.

Schabernakel

RE: Krämpfe als Stressindikator?

#2 von Langbein , 13.02.2011 17:41

Zitat von Schabernakel
auf der Runde selbst war Kepri bis auf eine Situation ansprechbar und lies sich gut runterkochen.



Das ist doch zumindest ein schönes Ende einer solch aufregenden Tagesschilderung. Was ist heute bloss los, wir haben einen ähnlich doofen Tag hinter uns... Ich hoffe, das Kepri sich bald erholt. Hat sie lange, bis sie wieder runterkommt, oder ist das morgen wieder gegessen? Eine Entspannungsportion rüberschieb ----> Nehmt ihr SOS-Bachblüten?


LG
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RE: Krämpfe als Stressindikator?

#3 von Sabine , 13.02.2011 18:13

Arme Kepri.
Das ist ja wirkich schade, dass so ein schöner Spaziergang solche Folgen bei ihr haben kann.

Ich hoffe, ihr geht es bald wieder besser - und dir damit natürlich auch.


Liebe Grüße
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RE: Krämpfe als Stressindikator?

#4 von Schnuffelnase , 13.02.2011 18:21

Ja, Wildspuren extrem stressen die Jagdschnuffels extrem. Hab hier Tage gehabt, da hab ich mit Kira gerade mal eine Viertelstunde Hunderunde hinter mir gehabt (an der Flexi, also so gut wie null Anforderungen) und sie hatte Schaum vorm Maul, nur wegen der Aufregung, die all die Wildspuren verursacht haben. Wenn ich mir vorstelle, das Ganze jetzt auf 2,5h .... da könnte man sie hinterher auch in der Pfeife rauchen.

Vielleicht könnt ihr diese Hunderunde zu einer anderen Jahreszeit machen, im Sommer, wenn es trocken ist und dann gegen Mittag, wenn wenig frische Spuren zu erwarten sind. Aber für jetzt- so wie du es beschreibst, war es definitiv viel zu viel für Kepri.

Gib ihr die nächsten Wochen Stressdiät (ein bisschen Banane und Kokosflocken ins Futter) und versuch so gut es geht sie runter zu bringen, das machst du ja schon. Wenn sie wieder zur Ruhe kommen kann, ist viel schlafen auch gut. Einfache Runden, immer dasselbe, nicht zu lang, nicht zu aufregend, wenn sie nach Beschäftigung verlangt, lieber ein paar ruhige Nasenspiele in der Wohnung als lange Runde draußen, wo es ja wieder so spannend riecht.

Sie wird sicher auch wieder ruhiger werden irgendwann.

Um zu gucken, dass es möglichst nicht mehr so weit kommt, ist es ganz gut, wenn man die Runden kürzen kann, wenn sie zu gestresst wird unterwegs. Stress muss sich nicht unbedingt darin äußern, dass sie nicht mehr hört- Kira kann noch eine ganze Weile unter Stress gut hören, aber man sieht schon die geröteten Augen und dass sie Schaum am Maul hat, hechelt teilweise auch, wird bei der Leckerchenvergabe zur Schnappschildkröte. Dann spätestens ist für uns Zeit, wieder umzukehren, wann immer es möglich ist. Ist zwar schade um die tolle Runde, aber sicher besser als eine hinterher völlig durchgedrehte Kepri.


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RE: Krämpfe als Stressindikator?

#5 von Schabernakel , 13.02.2011 18:29

Zitat von Langbein
Das ist doch zumindest ein schönes Ende einer solch aufregenden Tagesschilderung. Was ist heute bloss los, wir haben einen ähnlich doofen Tag hinter uns... Ich hoffe, das Kepri sich bald erholt. Hat sie lange, bis sie wieder runterkommt, oder ist das morgen wieder gegessen? Eine Entspannungsportion rüberschieb ----> Nehmt ihr SOS-Bachblüten?



Noch schöner klingt dies: sie schläft jetzt endlich *pssssst*

Was los ist? Ich fürchte die Natur erwacht, die Tage werden länger und die Sonne lacht hier schon fast die ganze Woche, die Erde ist nicht mehr ganz so feucht, genug für Spuren aber doch noch. Ich habe diese Woche die ersten Hasentänze gesehen, die Paarungszeit und damit das unvorsichtige Wild im Liebesrausch dürfte also nicht mehr weit weg sein das wird wieder unsere Baustelle nach dem Winterschlaf des Raubpodis.

Morgen wird Kepri erfahrungsgemäss durchschlafen, nur kurze Pipirunden und gut. Wie lange aber der Stresspegel oben bleiben wird gilt es abzuwarten, kann eine Woche dauern oder auch Dienstag wieder gut sein.

Danke für die Entspannungsportion, die pack ich unter Kepris Decke

Bachblüten? Heikles Thema für mich, ich habe so meine Probleme mit dem Erinnerungsvermögen von Wasser

nicht zu verwechseln mit der kleinen Kräuterhexe die in mir wohnt

Schabernakel

RE: Krämpfe als Stressindikator?

#6 von Schnuffelnase , 13.02.2011 18:34

Zitat von Schabernakel
Bachblüten? Heikles Thema für mich, ich habe so meine Probleme mit dem Erinnerungsvermögen von Wasser





Was bekommt das Poditier zu futtern? Vielleicht, wenn sie generell so leicht hochdreht, können ihr einige ausgesuchte Zutaten dauerhaft gegeben helfen. Seit ich das mit Kira mache, ist sie nicht mehr so dauergestresst, anscheinend hilft es wirklich.


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RE: Krämpfe als Stressindikator?

#7 von Schabernakel , 13.02.2011 18:41

Zitat von Schnuffelnase
Um zu gucken, dass es möglichst nicht mehr so weit kommt, ist es ganz gut, wenn man die Runden kürzen kann, wenn sie zu gestresst wird unterwegs. Stress muss sich nicht unbedingt darin äußern, dass sie nicht mehr hört- Kira kann noch eine ganze Weile unter Stress gut hören, aber man sieht schon die geröteten Augen und dass sie Schaum am Maul hat, hechelt teilweise auch, wird bei der Leckerchenvergabe zur Schnappschildkröte. Dann spätestens ist für uns Zeit, wieder umzukehren, wann immer es möglich ist. Ist zwar schade um die tolle Runde, aber sicher besser als eine hinterher völlig durchgedrehte Kepri.



Kürzen ging zu dem Zeitpunkt nicht mehr, wir waren bereits auf dem Rückweg, Kepri hechelte nie, hatte kein Stressgesicht (nur als ich sie vom Reh aus dem Unterholz pflücken lassen musste), nach dem Zwischenfall mit dem Reh setzte ich mich zu ihr auf den Weg und kochte sie runter bis sie deutlich Dampf abliess, Adrenalin sieht man bei Kepri immer sofort in den Augen- sie werden zu schwarzen Löchern, die Pupillen sind dann extrem weit, das hatte sie nicht, sie hatte im Unterholz sogar geschafft nach mir zu schauen. Leckerchen gingen recht gut, Finger sind noch dran.
Auf dem Rückweg kamen zum Glück viele weite Felder, dort konnte Kepri wieder ganz bei mir sein und tat dies auch freiwillig, ein Kaninchen tangierte sie nur kurz.

Meine Nachbarin weiss schon Bescheid, die nächste Runde wird wesentlich ruhiger- und ich werde vorbereitet sein, hätte ich Kepri nämlich von Anfang an arbeiten lassen wäre das Reh und viele der Fährten weniger aufregend gewesen, ich habe in letzter Zeit weit mehr Sichtungen gehabt als heute, nur da war ich mit Kepri allein, eine ganz andere Nummer.

Meine Nachbarin hat im Übrigen einen Labbi der all dies ohne Halsung oder gar Leine konnte *seufz*, sie macht serh viel Dummarbeit in genau solchen Gebieten.

Schabernakel

RE: Krämpfe als Stressindikator?

#8 von Schabernakel , 13.02.2011 18:43

Zitat von Schnuffelnase
Was bekommt das Poditier zu futtern? Vielleicht, wenn sie generell so leicht hochdreht, können ihr einige ausgesuchte Zutaten dauerhaft gegeben helfen. Seit ich das mit Kira mache, ist sie nicht mehr so dauergestresst, anscheinend hilft es wirklich.





Kepri bekommt eine Mischung aus Hirse, Fleisch und Gemüse/Obst mit Pülverchen für die Knochen.

Schabernakel
zuletzt bearbeitet 13.02.2011 18:44 | Top

RE: Krämpfe als Stressindikator?

#9 von Schabernakel , 13.02.2011 19:34

Ich geh jetzt mit Kepri ins Bettchen, sonst gibt das heute keinen mehr

Schabernakel

RE: Krämpfe als Stressindikator?

#10 von ViSha , 13.02.2011 19:45

Hallo,

bis auf die Krämpfe kenne ich das Verhalten gut von Shaya :-( Flanken beißen, kreiseln, knurren etc.
Manchmal hilft was zu kauen zum runterfahren, Massage oder ähnliches. Ich habe außerdem Entspannung mit einem Wort und einem Dufttüchlein konditioniert, seitdem kann ich diese "Anfälle" meistens ganz gut auffangen.
Aber wir müssen eben auch immer dran denken, dass wir die Spaziergänge nicht zu aufregend werden lassen.

Liebe Grüße
Dominique

ViSha

RE: Krämpfe als Stressindikator?

#11 von Sabine , 13.02.2011 19:47

Dann gute Nacht euch beiden, hoffentlich geht es ihr morgen schon besser.


Liebe Grüße
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RE: Krämpfe als Stressindikator?

#12 von Schnuffelnase , 13.02.2011 20:22

Zitat von Schabernakel

Kepri bekommt eine Mischung aus Hirse, Fleisch und Gemüse/Obst mit Pülverchen für die Knochen.



Vielleicht kannst du beim Gemüse ein bisschen Banane jeden Tag nehmen, falls du es nicht sowieso tust (meine TÄ sagte aber nicht mehr als eine halbe Banane pro Tag) und ein bisschen Kokosflocken drüber streuen. Wir machen das jetzt seit Juli und ich muss sagen, dass ich finde, dass sie schon viel weniger leicht hochkocht als früher. Ich denk ihr macht das schon.

So einen Labbi möchte ich auch mal, die sind da extrem unterschiedlich, weswegen einige den Kopf schütteln, was ich will, sie hätten ja auch einen und natürlich könnte der überall frei laufen. Ich kenn Leute, die haben einen, wenn der ein Kaninchen sieht, guckt der nichtmal hinterher. Showlinie. Kira würde jagen wie sonstwas, wenn man sie ließe, sie macht das richtig gern. An solch einer Stelle würd ich mit ihr sicher auch meine liebe Not haben.


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RE: Krämpfe als Stressindikator?

#13 von Schabernakel , 13.02.2011 22:16

Auf welche Inhaltsstoffe schliesst deine Tätin die Wirkung zurück? Weisst du näheres darüber? Find ich spannend (ich habe Ernährungslehre und Lebensmittelchemie gelernt, mich interessiert sowas brennend)

Schabernakel

RE: Krämpfe als Stressindikator?

#14 von Schabernakel , 13.02.2011 22:28

Zitat von ViSha
Hallo,

bis auf die Krämpfe kenne ich das Verhalten gut von Shaya :-( Flanken beißen, kreiseln, knurren etc.
Manchmal hilft was zu kauen zum runterfahren, Massage oder ähnliches. Ich habe außerdem Entspannung mit einem Wort und einem Dufttüchlein konditioniert, seitdem kann ich diese "Anfälle" meistens ganz gut auffangen.
Aber wir müssen eben auch immer dran denken, dass wir die Spaziergänge nicht zu aufregend werden lassen.

Liebe Grüße
Dominique



klingt ähnlich, bis zu den selbst herbei geführten Krämpfen, Kepri kennt die konditionierte Entspannung, das brauchten wir von Anfang an, Kepri schnellt von 0 auf 100 bevor ich ein Signal anbringen kann, runter kommt sie natürlich nie so flott, mein Wort hat sich mittlerweile zu einem Laut verändert, das zeigt bei Kepri eine unglaubliche Wirkung- für den Moment, ich sehe förmlich wie die Augenlider leise etwas sinken, sie ist dann auch bei mir, sie vertraut mir dabei sehr.
Verpasse ich diesen Moment kann ich sie aber nicht mehr auffangen, das Drama nimmt seinen Lauf. Oft muss ich sie mit meinem ganzen Körper fixieren, ich nehme sie so fest in den Arm, dass sie keine Bewegungsfreiheit mehr hat, dabei muss ich vorsichtig sein, da sie auch nach mir schnappt, sie steht völlig neben sich. Das hilft langfristiger.
So stark war es aber heute nicht, ich merkte ja wie sie krampfhaft versuchte zur Ruhe zu kommen, sie kämpfte mit sich und den Krämpfen- es ist kein schönes Bild Kepri so zu sehen, sie tut mir leid und ich habe das Gefühl versagt zu haben.
Es gibt ein altes Video von Kepri in diesem Zustand, meine Mutter hat es auf ihrem Rechner, weiss aber nicht wie sie es in meinen Account bekommt.

Die nächsten Tage werde ich mit Kepri eine ruhige Kugel schieben und nur an den Neffelbach schluffen, da trifft man einfach nix und niemanden.

Schabernakel

RE: Krämpfe als Stressindikator?

#15 von Schnuffelnase , 13.02.2011 23:06

Zitat von Schabernakel
Auf welche Inhaltsstoffe schliesst deine Tätin die Wirkung zurück? Weisst du näheres darüber? Find ich spannend (ich habe Ernährungslehre und Lebensmittelchemie gelernt, mich interessiert sowas brennend)



Die Tierärztin hat nur die Begrenzung gegeben für die Bananen, ich glaub das war wegen Kalium oder so, weiß aber nicht mehr genau. Als sie von Kiras neuer Ernährung hörte, meinte sie nur kurz, ich soll halt nicht zu viel Banane geben.

Die positive Wirkung dieser Lebensmittel auf den Hund hat mit dem günstigen Verhältnis von Tryptophan (wird zur Bildung von Serotonin benötigt) im Gegensatz zu Tyrosin zu tun. Da beide um die Aufnahme konkurrieren, ist das- genügend Kohlenhydrate vorausgesetzt, die sozusagen das Tyrosin derweil beschäftigen- bei diesen Lebensmitteln die Chance groß, dass relativ viel Tryptophan aufgenommen werden kann, das dann in Serotonin umgewandelt wird und Serotonin macht ausgeglichener.

Bei O'Heare steht einiges dazu. Senta (auch hier im Forum) hat mich drauf gebracht und bei Kira hat es funktioniert.


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