Der Geruch in der Tüte

#1 von Schnuffelnase , 28.01.2012 17:07

In einem anderen Thread (Negativanzeige bei geschlossener Tüte) ist mir eine Frage aufgegangen, die ich gern weiter verfolgen würde, weil ichs mir nicht wirklich erklären kann:

Also:

1. Hundenasen sind so gut, dass sie Drogen in Koffern und Autos finden, auch wenn sie in Plastiktüten stecken
2. Wenn man beim Ansetzen den Beutel nicht öffnet, nimmt er den Geruch nicht als "DEN zu suchenden Geruch" und zeigt negativ an. Bei offenem Beutel weiß ers direkt und sucht er.

Wie kann das sein? Ein Hund ist doch in der Lage, durch den Beutel zu riechen. Auf der anderen Seite würde man ja keine Plastikbeutel verwenden, wenn die nicht den Geruchsträger von äußeren Gerüchen abschirmen würden.

Ist es eine Frage der Konzentration von Geruchspartikeln? Aber manche im Realeinsatz, die nehmen Gerüche von Sesseln o.ä. ab, wo die Person gesessen hat... das ist doch auch nicht hochkonzentriert?

Oder ist es eine Frage dessen, dass Schnute in die Tüte dann nicht möglich ist, das aber das Verknüpfte ist?

Irgendwie krieg ich das gerade nicht zusammen, aber es funktioniert ja- bloß warum?


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RE: Der Geruch in der Tüte

#2 von Langbein , 28.01.2012 17:18

Hunde, die Drogen in Koffern und Autos finden (in Plastiktüten) sind extrem trainiert – nicht zu vergleichen mit einer "untrainierten" Hundenase. Wir trailen auch und machen Suchspiele, aber jetzt nicht extrem intensiv – trotzdem merkt man, dass Kayas Nase gegenüber derjenigen "untrainierter" Hunde deutlich stärker ist.

Wir hatten heut einen Trail, indem der Runner "seinen" Geruchsartikel nur kurz über die Haut gerieben hat und es hat scheinbar nur schlecht gereicht, Kaya war drei Mal kurz vorm Abbruch. So denke ich, dass es doch auch mit der Konzentration zu tun hat -> untrainierte Hunde benötigen eine höhere Konzentration, für gut trainierte reicht eine sehr geringe Anzahl Partikel. Darum kann man auch den Realeinsatz nicht mit Spasstrailen vergleichen.

Und ja, ich glaube schon, dass es viel mit dem Ritual "Nase in die Tüte" und los zu tun hat, wie der Hund seine Arbeit nun erledigt. Sowas gibt ja auch Sicherheit und gehört dann halt für den Hund dazu, irgendwann. Fehlt das, kann Unsicherheit aufkommen...


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RE: Der Geruch in der Tüte

#3 von Nina , 28.01.2012 17:26

Außen an der Tüte ist meist nicht nur ein Geruch, weil die Tüte schon mehrere Menschen in der Hand hatten. Ich hatte mal eine Trainerin, bei der wurde für jeden Hund ein neuer Geruchsartikel mit neuer Tüte die nur die zu suchende Person angefasst hatte, genommen, um den Hund nicht zu irritieren. Wenn man die Tüte von Person zu Person weiter reicht, dann hat außen irgendwann jeder mal drangepackt.


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RE: Der Geruch in der Tüte

#4 von Nicole , 28.01.2012 18:12

Wenn ein Hund in der Tüte Drogen erspührt, dann weiß er ja, welchen Geruch er suchen soll. Daher lässt sich das schlecht vergleichen. Hätte unser Opfer in der Tüte gesteckt, dann hätte Mio anhand von einem Geruchsträger das Opfer sicher auch in der Tüte gefunden.

Aber er braucht ja erstmal den induviduellen Geruch um überhaupt zu wissen, was er sucht. Dazu kommt sicherlich auch die Kälte. Wir hatten Minus-Grade, da ist´s mit dem Geruch eh nicht mehr so dolle (vor allem da Mio bei dieser Kälte Suchen noch garnicht richtig gewöhnt ist). Die Tüte hatte auch keinen Geruch vom Opfer, da diese die Tüte garnicht in der Hand hatte.


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RE: Der Geruch in der Tüte

#5 von Nina , 28.01.2012 18:14

Zitat von Nicole
. Die Tüte hatte auch keinen Geruch vom Opfer, da diese die Tüte garnicht in der Hand hatte.



Macht Ihr das so, dass jemand anderes die Tüte aufhält und das Opfer tut den Geruchsträger rein?


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RE: Der Geruch in der Tüte

#6 von Nicole , 28.01.2012 18:23

Zitat von Nina

Zitat von Nicole
. Die Tüte hatte auch keinen Geruch vom Opfer, da diese die Tüte garnicht in der Hand hatte.



Macht Ihr das so, dass jemand anderes die Tüte aufhält und das Opfer tut den Geruchsträger rein?




Das war eher Zufall. Unser Opfer ist kein Trailer und hatte auch keinen Gruchsträger, aber noch Sportklamotten dabei. Die haben wir dann in die Tüte.

Wenn man es sehr genau nimmt, sollte man seine eigene Tüte nehmen und dort den Geruchsträger rein. Aber ich bin da auch etwas schlampig.

Ich hab jetzt nochmal gegoogelt: Bei Temperaturen unterhalb des Gefrierpunkts stellen die Bakterien, die zur Geruchstentwicklung notwendig sind, ihre Arbeit ein. Eigentlich logisch, daher lagern wir unsere Lebensmittel auch im Kühlschrank, wegen den Bakterien. Hätte Mio im Sommer am verschlossenen Geruchträger gerochen, dann hätte das vermutlich wieder anders ausgesehen. Kann ich wenn es wärmer wird ja mal versuchen.


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RE: Der Geruch in der Tüte

#7 von Schnuffelnase , 28.01.2012 23:34

Zitat von Nicole
Hätte Mio im Sommer am verschlossenen Geruchträger gerochen, dann hätte das vermutlich wieder anders ausgesehen. Kann ich wenn es wärmer wird ja mal versuchen.




Ja, mach das mal, das würd mich echt interessieren, ob das funktioniert. Weil ich hab mich halt gefragt, ob er nicht an einer Kreuzung nicht eine Art Wiedererkennungseffekt hätte haben müssen, a la: das war zwar komisch mit der Tüte, aber da hats AUCH nach dem gerochen, was ich hier rieche. Aber vielleicht kennt ein Hund beim trailen ja auch kein "auch". Dass bei Kälte so viel Geruch verschwindet, hätte ich nicht gedacht.

Kann ich gleich nächste Woche mal testen, es soll ja kalt werden, da dürften die Wildfährten hier dann ja auch weniger verführerisch riechen?


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RE: Der Geruch in der Tüte

#8 von Nicole , 29.01.2012 00:06

Zitat von Schnuffelnase
Weil ich hab mich halt gefragt, ob er nicht an einer Kreuzung nicht eine Art Wiedererkennungseffekt hätte haben müssen, a la: das war zwar komisch mit der Tüte, aber da hats AUCH nach dem gerochen, was ich hier rieche.


Ich vermute, er hat da nichts gerochen. Was er hätte machen können, wäre, die Spur von der Person aufzunehmen, die er vorher schon gesucht hat. Aber da wir da auch wechseln und bewusst Verleitpersonen einbauen, damit genau das nicht passiert, kann er sich ja nicht sicher sein, ob der Geruch von der ersten Spur, auch der Geruch von der Person ist, die er nun suchen soll. Wenn er nun wirklich nichts gerochen hat, und das vermute ich stark, dann hat er sich super verhalten. Denn als ich ihm die Tüte dann geöffnet präsentierte, hat er sich sofort für die richtige Richtung entschieden und hat erleichtert Vollgas gegeben. Daher glaub ich, daß er keinen Geruch hatte. Hätte ich zuvor ja auch nicht gedacht, sonst hätte ich die Tüte ja noch geöffnet.

Nun werden wir in die Richtung "Geruchsträger" arbeiten. Das hab ich bis jetzt vernachlässigt bzw. bewusst immer nach dem gleichen Schema laufen lassen, damit er da auch richtig sicher wird. Nach dem Negativ im November und diesem Ereigniss jetzt, hat er aber die Geruchsträgergeschichte richtig verknüpft so daß ich ihn durch etwas Verwirrung nicht ganz aus der Bahn werfen kann.


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RE: Der Geruch in der Tüte

#9 von Nicole , 29.01.2012 00:16

Zitat von Schnuffelnase
Dass bei Kälte so viel Geruch verschwindet, hätte ich nicht gedacht.



Geruch entsteht ja eigentlich dann, wenn Bakterien Stoffe zersetzen. Und je Kälter, desto weniger Bakterien. Kann man echt mit Lebensmittel vergleichen. Ist das gleiche Ding mit Streusalz. Streusalz zersetzt den Geruch und daher macht es wenig Sinn, einen Hund in die Suche zu schicken, wo gestreut wurde. Früher wurden Lebensmittel ja auch aus diesem Grund in Salz eingelegt, um sie haltbar zu machen.

Das die Suche bei extremen Minusgraden möglich ist, beweisen ja z.B. die Lawinensuchhunde. Aber die kennen das ja auch nicht anders und haben es von Grund auf gelernt unter solchen Bedinungen zu suchen. Das Wetter hat beim MT schon eine große Bedeutung und das sollte man auch nie ausser Acht lassen, sonst könnte man dem Hund unrecht tun.


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RE: Der Geruch in der Tüte

#10 von Frau_von_Bödefeld , 29.01.2012 15:08

Ich habe Beany vorhin mehrmals seinen Futterdummy suchen lassen (100-150m entfernt). So schwer wie heute war das für ihn noch nie. Wir haben unter 0°C. Ob das auch damit zusammenhängt? Oder lag es eher daran, dass der Inhalt heute ein anderer war? Ich verliere den Dummy einfach unterwegs und schick Beany dann zurück.


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RE: Der Geruch in der Tüte

#11 von Nicole , 29.01.2012 21:56

Zitat von Frau_von_Bödefeld
Wir haben unter 0°C. Ob das auch damit zusammenhängt?



Das kann schon sein. Geht uns doch genauso. Überleg mal wie ein Müllereimer draussen im Sommer stinkt und im Winter riecht man nichts. Oder Frolic, die riechen selbst wir. Aber wenns richtig kalt ist, geben die auch viel weniger Geruch ab.


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RE: Der Geruch in der Tüte

#12 von Frau_von_Bödefeld , 29.01.2012 22:23

Zitat von Nicole
Das kann schon sein. Geht uns doch genauso. Überleg mal wie ein Müllereimer draussen im Sommer stinkt und im Winter riecht man nichts. Oder Frolic, die riechen selbst wir. Aber wenns richtig kalt ist, geben die auch viel weniger Geruch ab.


Klar. Stimmt.


LG

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RE: Der Geruch in der Tüte

#13 von Schnuffelnase , 29.01.2012 22:38

Zitat von Nicole
Das kann schon sein. Geht uns doch genauso. Überleg mal wie ein Müllereimer draussen im Sommer stinkt und im Winter riecht man nichts. Oder Frolic, die riechen selbst wir. Aber wenns richtig kalt ist, geben die auch viel weniger Geruch ab.



Schon. Aber müssten nicht die Hunde als Folge davon dann auch die Wildfährten weniger riechen? Die ersten kalten Tage sind dagegen immer der Hammer, Kira hat vorhin bei nem halbstündigen Spaziergang 6x an einer ihrer Meinung nach besonders lohnenden Fährte vorgestanden (also an 6 verschiedenen Stellen). Die war richtig verrückt.

FvB, das mit dem anderen Futter könnte ich mir gut vorstellen, man sagt ja, der Hund sucht nach einem bestimmten Geruch und blendet das andere aus- könnte sein, er hat zuerst den Geruch aus seiner Erinnerung gesucht?


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RE: Der Geruch in der Tüte

#14 von Frau_von_Bödefeld , 29.01.2012 23:05

Zitat von Schnuffelnase
Schon. Aber müssten nicht die Hunde als Folge davon dann auch die Wildfährten weniger riechen? Die ersten kalten Tage sind dagegen immer der Hammer, Kira hat vorhin bei nem halbstündigen Spaziergang 6x an einer ihrer Meinung nach besonders lohnenden Fährte vorgestanden (also an 6 verschiedenen Stellen). Die war richtig verrückt.


Kann ich bzgl Mr.Springer nicht bestätigen. Der macht keine besonderen Anstalten fremd zu gehen.

Zitat
FvB, das mit dem anderen Futter könnte ich mir gut vorstellen, man sagt ja, der Hund sucht nach einem bestimmten Geruch und blendet das andere aus- könnte sein, er hat zuerst den Geruch aus seiner Erinnerung gesucht?


Ist dann vielleicht ähnlich wie mit der Tüte, denn es war der ungewaschene Futterdummy von gestern.


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RE: Der Geruch in der Tüte

#15 von Schnuffelnase , 29.01.2012 23:11

Zitat von Frau_von_Bödefeld
Kann ich bzgl Mr.Springer nicht bestätigen. Der macht keine besonderen Anstalten fremd zu gehen.



Der hatte ja auch keine Zeit, musste ja auf seinen Dummy aufpassen

Aber das wird so langsam richtig interessant, kannste den Dummy mal morgen mit gewohntem Futter mitnehmen und schauen, ob er es auch wieder so schwer findet? Soll ja morgen noch kälter werden.

Hoffentlich so kalt, dass alle Wildfährten verschwinden und ich meins offline laufen lassen kann. By the way- auch bei der Häufchenerkennung war Madame heute morgen sehr zielstrebig Ob die noch warm waren?


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